Tagebuch

"Die Ideen sind nicht verantwortlich für das, was die Menschen aus ihnen machen."

(Werner Heisenberg, 1901-1976, dt. Physiker, Nobelpreisträger)

 Tagebucheinträge von Johanna Hespe   

15 Jahre Galerie Novalis   Juni 2008

Die aktuelle Saturn-Uranus-Opposition    Dezember 2008

Vernissage   Juli 2010

Deutschland 2010-2013   September 2010

Nachruf auf Iris Frewert, geb. Hespe   Januar 2012

20 Jahre Galerie Novalis   Oktober 2013

Die Jahnstraße in Preußisch Oldendorf   Mai 2014 (Geh Denken I)

Alpha und Omega   August 2014

Lichtzeichen in Preußisch Oldendorf      Januar 2015

Geh Denken II in Preußisch Oldendorf    Juni 2015

Wertewandel in der Kulturpädagogik     Juli 2015

Sechste Gedenkstunde Novemberklänge     November 2015

Zehn Jahre Sternenzauber-Poetinnen und -Poeten     Dezember 2015

Geh Denken III in Preußisch Oldendorf     Juni 2016

15 Jahre Galerie Novalis

Am 22. Juni 2008 feierte die Galerie Novalis ihr 15jähriges Bestehen!

Anke Korsmeier-Pawlitzky -damalige Bürgermeisterin von Preuß.Oldendorf- sagte in ihren Grußworten: "In den 15 Jahren Galerie Novalis haben Sie einen Ort geschaffen, an dem Kunst lebendig wird – hier hängt nicht nur das Bild für den Betrachter an der Wand. Hier entsteht Kunst, hier wird Kunst dem Interessierten näher gebracht, ja ich möchte sogar so weit gehen, hier wird Kunst gelebt...Novalis, der mit bürgerlichen Namen Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg hieß, galt als rastloser und kreativer Vertreter der deutschen Frühromantik. Rastlos und kreativ – diese Attribute treffen im positivsten Sinne auch auf Sie zu Frau Hespe. In den vergangenen Jahren haben Sie in unzähligen Kursen und Seminaren den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Formen des künstlerischen Ausdrucks näher gebracht und Ihr Wissen um die Kunst weitergegeben...Sie wollen zum Nachdenken anregen, zu der Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt. Die Galerie Novalis ist in den vergangenen Jahre zu einem Ort geworden, der, ich moechte es an dieser Stelle noch einmal betonen, aus dem kulturellen Leben unserer Heimatstadt nicht wegzudenken ist. Insbesondere in der Verbindung mit der Jugendmusikschule, die von Ihnen geleitet wird, hat es viele verschiedene Veranstaltungen gegeben – so unterschiedlich diese Events waren, eines war ihnen allen gemein: sie waren immer ein kultureller Höhepunkt und eine Freude für die Sinne. Liebe Johanna, sehr geehrte Frau Gr.-Schweinefuß, ich gratuliere Ihnen noch einmal ganz besonders herzlich zu diesem halbrunden Geburtstag sehr persönlich – aber auch im Namen von Rat und Verwaltung unserer Stadt. Ich hoffe, nein ich bitte Sie, machen Sie weiter so. Die Kunstszene und ganz besonders Preuß. Oldendorf braucht solch engagierte Menschen wie Sie und ich hoffe, dass Ihr Tatendrang auch die nächsten Jahr anhält und Ihre Ideen uns noch viele besondere Stunden bescheren."

Hartmut Jacob, Vorsitzender des Förderkreises Jugendmusikschule Preuß.Oldendorf e.V. sagte: "15 Jahre Galerie Novalis! Wie viele schöne Stunden, das heißt besinnliche, harmonische, aber auch informative und aktive Stunden haben wir bzw. kunst- und kultur- interessierte Bürgerinnen und Bürger unserer Heimat schon in diesen kreativ dekorierten und inspirierenden Räumen einschliesslich Garten erlebt...Musik, Kunst und Kultur bauen Brücken und gehören zur Lebensqualität einer befriedeten Gesellschaft. Die Galerie Novalis ist in Pr. Oldendorf und Umgebung eine Erfolgsgeschichte geworden. Dank Ihres persönlichen unermüdlichen Einsatzes für Musik, Kunst und Kultur. Und das vor unserer Haustür...Ein Blick auf Ihre Internetseite verrät Folgendes: „Kunst machen“ -also selber aktiv sein- vermittelt Entspannung bei gleichzeitiger Konzentration, denn es spricht besonders die emotionale Intelligenz an. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In Ihren Kursen werden das Kunsthandwerk und das Wissen aus der Kunstgeschichte vermittelt. Theorie und Praxis, eine ideale Kombination. Als Leiterin unserer Musikschule sind Sie weiträumig bekannt und Ihr Musikinteresse brauche ich nicht besonders herauszustellen. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen der Musikschule Pr.Oldendorf für Ihr großes Engagement für unsere Musikschule. Um die 180 Kinder und Jugendliche erhalten dadurch eine höchst sinnvolle Freizeitbeschaeftigung. Spielerisch und unbewusst für die Musikschueler beginnt damit bereits eine wichtige Phase der Persönlichkeitsbildung. Mit den Schülerinnen und Schülern unserer Musikschule begleiten Sie viele Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet von Pr. Oldendorf. Doch zurück zur Galerie Novalis. Sie bieten hier Ausstellungen, Lesungen ja auch Seminare an. Kunstkurse und Vorträge runden Ihre Angebote ab. Regelmaeßige Kammerkonzerte sind inzwischen allen bekannt. Wir alle können uns glücklich schätzen, diese Galerie Novalis mit Frau Hespe und auch die Musikschule hier vor Ort zu haben...Wer sich Zeit nimmt für Kunst und Kultur, kommt auf andere Gedanken und räumt somit seine Seele auf und bringt sie ins Gleichgewicht. Nochmals ganz herzlichen Dank für alles. Ihnen und Ihrer Tante Frau Gr.-Schweinefuß wünsche ich alles erdenklich Gute, Gesundheit Glück und Zufriedenheit."

Johanna Hespe erinnerte an diesem Tag in ihrem Gartenquiz an eine Geschichte aus dem Herakles Mythos:

Die Goldenen Äpfel der Hesperiden

(c) Text von Johanna Hespe - Juni 2008

Was gibt uns dieser Mythos heute? Im Mythos (griech. ´Wort´ oder ´Erzählung´) begegnet uns etwas Großes, der Anfang oder das Ende der Welt, das kollektive oder persönliche Schicksal, Naturgewalten, transpersonale Kräfte und etwas rational nicht Fassbares, das uns in Staunen versetzt oder auch in Furcht. Es verleiht unserem Leben jedoch Sinn und Richtung, wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen. Das mythische Erkennen und Wissen setzt seelisch- geistige Kräfte frei, die auf uns zurückwirken und uns lebendiger machen. Insofern sind Mythen hochaktuell in unserer an sich selbst und ihrem Konsum ermüdeten Zivilisation. Der Mensch des 21. Jahrhunderts ist hier im Westen zuneh mend hin- und hergerissen zwischen der Erkenntnis, das alles Lebendige miteinander vernetzt ist – und zwar mehr dimensional (d.h. sowohl vergangene als auch zukünftige Ereignisse können aktuelle, gegenwärtige Prozesse und Entscheidungen beeinflussen) als auch von einem rigoros gepflegten Egoismus, der alle Symptome einer generationen übergreifenden Suchtstruktur zeigt. (Z.B. in der Werbung: „Ich und mein Magnum“ oder ein Popduo „Ich und ich“, oder ein aktueller Buchtitel "Ich".)

Von der eigenen Seele gerufen und in der eigenen Fähigkeit zum Seelendialog geprüft werden.

Im Heraklesmythos muss ein besonderer Mensch (eine Heldin oder ein Held) 12 verschiedene Prüfungen ablegen, um zu einer von ihrer / seiner eigenen Seele durchdrungenen Person zu werden. Herakles oder auch Herkules ist der oder die von Hera (Gattin des Zeus / Jupiter) Gerufene, also der oder die von ihrer / seiner Seele gerufene Mensch. In diesem (zum Teil lebensgefährlichen) Bewusstseinsstadium befindet sich aber auch die gesamte Menschheit im 21. Jahrhundert. (Süchte, Atomenergie, Umweltzerstörung, Klimaveränderungen usw.)

Die Hesperiden als (weibliche) Naturkräfte (Nymphen) hüten Goldene Äpfel. Das sind die Ergebnisse unseres lebenslangen Wissenserwerbs, wenn das aus Lernen und Erfahrungen gewonnene Wissen im besten Fall zur Lebens weisheit wird. Diese Äpfel hängen am Lebensbaum oder Weltenbaum. Er verbindet die Untere Welt mit der Mittleren Welt (der Welt der Menschen) und der Oberen Welt und ist auch in allen Mythen die Achse der Welt. (Siehe auch in: Joseph Campbell, "Der Heros in tausend Gestalten") Den Baum hat die Urmutter Gaia (der materielle Teil des Lebens auf der Erde) Hera (der Seele als dem geistig-gemüthaften Teil des irdischen Lebens) zu ihrer Hochzeit mit Zeus / Jupiter (der Weisheit, dem Sinn) geschenkt. Die Äpfel der Weisheit verleihen geistige Frische (ewige Jugend). Sie können allerdings nur von einem mutigen Menschen erworben werden, der sich nach innen wendet und keine Mühen dafür scheut. Innen erhält sie oder er dann den Auftrag zum Dienen, zum Beispiel, indem sie sich in zuerst in alle vier Himmelrichtungen wendet, aber die Äpfel so nicht findet, sondern nur Versuchungen, Täuschungen, scheinbar  sinnlose Zufälle und Mangel an Übersicht und Klarheit.

Die Mutter der Hesperiden ist Nyx (bei Hesiod als Göttin der Nacht) oder anderen Quellen zufolge Hesperis (die Venus in ihrer Sichtbarkeit als Abendstern) Ihr Vater ist der Titan Atlas. Er trägt die Weltkugel auf seinen Schultern, was ihn die Zeitalter hindurch sehr ermüdet hat. Herakles bietet Atlas an, für ihn die Weltkugel zu halten. Als Dank dafür pflückt dieser ihm die Goldenen Äpfel. Durch einen freiwilligen Dienst also wird die Aufgabe erfüllt. Da die Äpfel allen gehören, werden sie wieder an ihren Platz zurückgebracht. Atlas heisst auch der erste Halswirbel. Er trägt den gesamten Kopf (die Welt) und ermöglicht das Nicken. Vielleicht sollten wir unseren Kopf öfter einmal von unserer Seele (Herakles) tragen lassen als vom Atlas, der dann das Denken und die Verstandeskräfte symbolisieren würde...Besonders für junge, heranwachsende Menschen ist diese Geschichte wertvoll !

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Die aktuelle Saturn-Uranus-Opposition

(c) Text von Johanna Hespe (Dezember 2008)

In den kommenden Monaten bis ca. November 2009 (?) leben (und leiden?) wir alle unter einer Opposition von Saturn zu Uranus auf der Exis-tenzachse: Uranus steht momentan auf 19° in Fische und Saturn steht auf 21° in Jungfrau. Ich möchte in diesem Text einige persönliche und kollektive Aspekte (Mundanastrolo-gie)dieser interessanten Konstellation reflektieren.

DER SPIEGEL titelt in der Ausgabe 1/2009 auf S. 16: „Die Wirtschaft schrumpft, die Zahl der Arbeitslosen steigt: 2009 wird das womöglich schwierigste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Der Chef des IWF (int. Währungsfond) -Dominique Strauss-Kahn- sprach am 10.Okt.2008 davon, dass sich das globale Finanzsystem am Rande eines systemischen Zusam-menbruchs befinde. In dem Horoskop der neuen Bundesrepublik mit einer spitzenscharfen, kardinalen Waagesonne am IC und einem strahlenden Löwe-Jupiter im kardinalen Bereich des 1. Hauses steht die Existenzachse auf der Denkachse der Häuser 3 und 9. Der Fischemond steht auf 18° spitzenscharf an der HS 9 in Opposition zum Merkur auf 25° in Jungfrau im kardinalen Bereich des H3.

Deutschland, 03.10.1990, 0:0049 Uhr, Berlin, Reichstag

In dem Horoskop eines Staates steht die Sonne für die Regierung (Legis-lative), der Saturn für die Verwaltung (Exekutive) und der Mond für die Bevölkerung. Merkur könnte für das Bildungssystem und die Lernfähigkeit der Bevölkerung stehen. Das Bildungssystem steht also in diesem Horoskop in einem Konflikt mit den Menschen. Es ist der Existenzkonflikt der Zeichen Jungfrau (= Ord-nung, Disziplin, Pflichten erfüllen, dienen) und Fische (= Unordnung, Chaos, Disziplinlosigkeit, Traumwelten, Pflichten nicht erfüllen, Fluchttendenzen, Süchte usw.) Diese Thematik wird sich nun in den kommenden Monaten durch die Opposition der Transite von Uranus und Saturn intensivieren und verschärfen.Im Moment scheinen zum Beispiel die meisten Menschen in Deutschland ganz locker mit der Finanzkrise umzugehen. Bringt der Uranustransit über den Fischemond neue Einsichten, Hoffnungen und Ahnungen über den göttlichen Urgrund unseres Lebens, sodass wir uns geschützt und aufgefangen fühlen können, egal welche Gefahren auch dräuen? Oder wird die Fischeenergie neue Träume, Fluchten und Süchte gebären? Wohl beides wird stattfinden und es ist zu hoffen, dass der Verstand der Bevölkerung und das Bildungssystem mit Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau und im kardinalen Bereich des H3 des kollektiven Lernens durch den Saturntransit die Energie und Motivation freisetzen wird, um der notwendigen Systemkorrektur Gestalt zu verleihen. Um es genauer zu formulieren: die Planeten setzen nicht verursachend die Energie frei oder blockieren sie, sondern sie sind Symbole für die momentane Zeitqualität eines in Bewegung befindlichen Raum-Zeit-Kontinuums.

Das kollektive Nachdenken über die Existenzthematik und -bewältigung soll sich unter dieser Konstellation zu neuen Lerneinsichten und zum Umdenken (Metanoia) weiterentwickeln. Die Ausbildungsmisere, der Fachkräftemangel, die fehlenden Qualifikationen sind seit vielen Jahren analysiert und beschrieben worden. Nun sollen Tatsachen folgen, denn der Alterspunkt (AP) dieses Horoskopes lief bereits im Mai 2008 über die Waagesonne (also die nach Harmonie und Ausgleich strebende Regierung) und wird im Juli 2009 im Quadrat zum Saturn in Steinbock am Invertpunkt im Jungfrau-H6 stehen. (Dazwischen fallen weitere AP-Aspekte an auf die Planeten Neptun -Quadrat Nov. 08-, Mars -Trigon Nov. 08- und Pluto -Halbsextil April 09). Der Steinbock-Saturn (die Verwaltung) steht knapp vor dem Invertpunkt im H6 der Jungfrauthematik und wird linkerhand locker begleited von den motivwandelnden und Krisen beschreibenden Planeten Neptun und Uranus. Soll die deutsche Regierung sich jetzt unter dem kommenden Quadrat des AP zum Saturn mit dem Arbeiten der Verwaltungen auseinandersetzen? Sind die Verwaltungen steinbockhaft herrschende Apparate, die einerseits den Menschen wirklich dienen (H6), ihnen jedoch zunehmend immer mehr Geld aus der Tasche ziehen? Oder ist es das überstrukturierte deutsche Gesundheitssystem, das z.B. jetzt neu justiert werden wird?

Mit dem Pluto in Steinbock erhält Deutschland (und die gesamte Welt) bis ca. 2024 die grosse Chance, unsere Erde in einen Ort der Mitverantwortung einer zur Selbsteinweihung wandernden Menschheit zu verwandeln. Wenigstens die ersten Weichen sollten jetzt in diese Richtung gestellt werden, damit die Grosse Natur nicht ihren Katalog der Massnahmen für eine in die Irre laufende Spezies aufschlägt und durchführt.

Das dreifarbige Aspektbild des Horoskopes Deutschlands, das hier nicht eingehender analysiert werden soll, erinnert mich an eine (jap.) Papierfigur, deren 2 Teile mensch spielerisch ein- und ausklappen kann. Es erscheint beweglich zu sein, ist innen jedoch auf bestimmte Dinge wie Imagefragen (Opposition Jupiter-Mondknoten auf der Begegnungsachse 1/7) und Denkprobleme fixiert. Die Projektionsfigur sucht nach Lösungen der inneren Spannungen und führt wieder zum Dienen und Wiedergutmachen im H6 zurück. Nur Mars (das Militär, der Antrieb der Menschen, die Maschinen) und Mond (die kollektive Seele der Bevölkerung) stehen im bewussten Raum. Noch viel mehr wäre zu beschreiben: Denn tief im kollektiven Unbewussten gärt im H4 der Heimat der eingeschlossene Pluto in Skorpion, der im Sept. 2010 erreicht wird. Vielleicht an anderer Stelle mehr dazu.

Schwarze Madonna von Czestochowa

Wessen persönlicher AP im Moment mit der Saturn-Uranus-Opposition zu tun hat, der kann erfahren, dass dies eine sehr wirksame Konstellation ist. Ich würde folgende Aspekte hervorhebend beschreiben: Das nervös und unsicher Machende der Jungfrau-Fische-Energien. Auch wenn alles Wohl geordnet und sicher erscheint, fühlt mensch eine Unruhe in sich und ist hin- und hergerissen zwischen Innen und Aussen. Krankheit ist eine aktuelle Möglichkeit. Knochenschmerzen und Allergien, Immundefizite und alles, was Furcht verbreitet und sich fischehaft ungenau in Symptomen äussert. Depressive Verstimmungen und ernste Gedanken über Leben und Tod schleichen sich in den getakteten Alltag. Heilkräuter, Tees, Gymnastik und Spiritualität werden auch für eingefleischte Materialist/innen und Macher/innen interessant. Insofern ist es eine schöne Zeit für alle Menschen, die der Spassgesellschaft lange überdrüssig sind.

Die esoterischen Saatgedankender jetzt kosmisch aktivierten Zeichen sind: Jungfrau: Ich bin die Mutter und das Kind. Ich bin Geist, ich bin Materie. Fische: Ich verlasse meines Vaters Haus - und indem ich zurückkehre, erlöse ich.

Jungfrau: Welle und Teilchen, Geist und Materie, Mutter und Kind – es sind zwei Seiten derselben Multidimensionalen Realität. Der Mensch gebiert ein Kind im Geist. Er ist geistig schwanger und wurde als Suchender, Bittender und Dienender be-fruchtet vom Heiligen Geist. Der Mensch gebiert den Christus in sich und wird in Jungfrau zur seelen-durchdrungenen Persönlichkeit. Mit dem aktuellen Saturntransit in Jungfrau können wir alle an diesem ewigen Projekt arbeiten und wichtige neue Erfahrungen sammeln.

Fische: Ein weiter Weg, eine ganze Evolutionsrunde. Alles erfahren, alles kennen, nicht urteilen, weil Allfühlend geworden. Dann, nach dem Überwinden der Selbst-Sucht wird jede Berührung mit Worten und Taten (Händen!) eine Wohl-Tat und eine Erlösung für die verängstigten, kranken, arbeitslosen, drogenabhängigen oder im Konsum gelangweilten Mitmenschen. Ein grosses spirituelles Netz wird neu gesponnen, gewebt aus dem inneren Sternenlicht der Jungfrau. Insofern dürfen wir uns alle über diese Opposition freuen, denn nun können wir ganz schnell einen Schritt in die richtige Richtung unternehmen. Der materielle Rest wird sich dann wie von selbst strukturieren – geradeso, wie es uns die schönen Lilien auf dem Feld vorgelebt haben.

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Vernissage

(c) Text von Johanna Hespe (Juli 2010)

Die Galerie Novalis, die ich im Oktober 1993 hier in Raeumen der ehemaligen Moebelfabrik meiner Eltern und Grosseltern eroeffnete, ist eine in Preuss.Oldendorf und Umgebung einmalige private Einrichtung für bildende Kunst, Musik, Lebenshilfe, Psychologie und Design. Bereits seit 1988 finden in diesen Raeumen Kurse für Kunst und Psychologie statt. Ich benannte sie nach dem Dichter Novalis, weil er unter diesem Pseudonym „Der Neuland bestellende“ im 18.Jahrhundert eine Vision des in die Natur eingebetteten Menschen hatte. Also von einem Leben in einem Netz statt in einer Hierarchie, in der Mehrdimensionalitaet statt der Zweidimensionalitaet. In diesen von mir gestalteten Raeumen entwickele ich meine Ideen und Projekte, manage die Musikschule Preuss. Oldendorf und treffe Menschen aller Altersschichten, die selbst denken und fuehlen wollen statt von anderen und ihrer Umwelt gelebt zu werden. Es heisst, Kultur gehoere zu den sogenannten weichen Standortfaktoren.

Diese Ausstellung im Jahr 2010besteht aus mehreren unterschiedlichen Teilen und hat deshalb keine Ueberschrift. Jede echte Kuenstlerin denkt und empfindet tief. „Das Denken ist das Selbstgespraech der Seele.“, sagte Platon. Kann ich mit Bildern, Plastiken oder Musik eine Person in dieser reizueberfluteten und die Sinne abstumpfenden Medienwelt emotional beruehren oder sie zum Nach denken anregen?  Hier im Westen heisst es scheinbar immer noch: Ich kaufe, also bin ich? Vieles an unserem derzeitigen Lebensstil erscheint mir persoenlich ueberhitzt, suechtig, blind angetrieben und nicht in Balance. Diesem Konsumzwang und Konsumterror der Warenwelt folgen wir schon seit ca. 60 Jahren, als er -von den USA ausgehend- die Welt eroberte.

Qualitaet statt Quantitaet! Oeffnen sie ihre Sinneskanaele! Sehen Sie! Hoeren Sie! Suchen sie das Echte! Nehmen Sie wahr!

Lass uns endlich diese ueberflüssige Diskussion über den Sinn des Lebens beenden!“, sagte die Katze zur Maus und frass sie auf. (Werner Friebel)

Bildende Kunst, Musik und Tanz sollen meiner Ueberzeugung nach immer das Unsichtbare sichtbar machen. Deshalb bin ich persoenlich von innen heraus Kuenstlerin, ich kann gar nicht anders, als hinter die Erscheinungen und Dinge zu blicken und meinem Denken in eigenen Schoepfungen Ausdruck zu verleihen. Das ist Expression im Gegensatz zur Depression, symbolisch-kuenstlerischer Ausdruck im Gegensatz zur Unterdrueckung. Diese Haltung vermittele ich auch in den Kunstgruppen oder in psychologischen Arbeitsgruppen. So ist manches meiner Werke ein Fenster in eine andere Welt, innen (in mir) oder aussen (kosmisch).

Meine jetzt gezeigten Werke auf Leinwand, auf Fotos und in Objekten koennte die Ueberschrift "Grenzen“ tragen. Grenzen sind vielfaeltigster Art. Sie koennen freiwillig aus Einsicht oder per Gesetz eingehalten oder bewusst oder unbewusst ueberschritten werden. Das Erreichen einer Grenze markiert stets den Eintritt eines Phasenuebergangs und einer vorueber gehenden Instabilitaet. Sie kann Minuten, Stunden oder Jahrzehnte dauern. Das Erleben an der Grenze fuehrt zu einer Neuausrichtung, Neubalancierung des betreffenden Systems. Die gesamte westliche Zivilisation befindet sich in einem solchen instabilen Phasenuebergang. Kunst kann und soll gerade heute Perspektiven fuer die Zukunft eroeffnenund die Verwurzelung in der Tradition und im Handwerk dokumentieren, dann traegt sie sehr zur Balancierung des instabilen und im freien Fall befindlichen (Wirtschafts-)Systems bei.

Ich erinnere nachdruecklich an das geistig-spirituelle Licht (das Urlicht), seine Dimensionen und Qualitaeten. Dann an die Achtsamkeit, das Mitgefuehl und wie wir 2010 und ueber 200 Jahre nach der europaeischen Aufklaerung (Enlightenment) unser so einseitig wissenschaftlich-rational geschultes Denken mit der irrationalen und weisen Seite des Lebens in Balance bringen muessen. Welche Werte sind uns wichtig, wenn scheinbar alles um des Spasses und des Populismus willen erlaubt zu sein scheint? In dieser in vielerlei Hinsicht schamlosen Gesellschaft (Finanzsystem) hat es eine Inflation der Beduerfnisse gegeben. Sie werden je nach Bedarf von Konzernen und einem dichten Interessen- und Machtgeflecht manipuliert. Zurueck bleiben sehr oft in irgendeiner Weise abhaengige (suechtige) Menschen jeden Alters. Besonders den Kindern und Jugendlichen scheint für mich seit Jahren das als persoenliche Freiheit „verkauft“ zu werden. Niemand erklaert ihnen, dass Freiheit mit Verantwortung zu tun hat. Heinrich Porstmann, dt. Polarforscher und Künstler (1894-1956) sagte: „Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, warum die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.“Er sagte auch: „Das Staunen ist eine Sehnsucht nach Wissen.“

Wir gelangen jetzt in ein Zeitalter der Wellen (Tsunamis) und Schwingungen. Geist und Materie sollen in Balance und Resonanz treten. Sie werden von der Natur selbst synchronisiert. Der Mensch muss sich dem fuegen. Oder er wird verschwinden. Dazu sollen wir den Willen zum Guten und zum Teilen aufrufen und in den Kinder und Jugendlichen trainieren.

In meinem kuenstlerischen Werk gibt es verschiedene Erzaehlstraenge, die sich in all den Jahrzehnten nicht wesentlich veraendert haben. In dieser Ausstellung zeige ich:

A) Arbeiten, die von der Erde und dem Kosmos handeln. Das Motiv des Embryos deutet auf die Weiterentwicklung der Menschheit hin. Entweder wir bleiben die elenden Konsumentinnen, die wir nach dem 1. und 2.Weltkrieg geworden sind, dann sind wir als Spezies Mensch nicht ueberlebens faehig – oder wir erkennen jetzt im 21.Jahrhundert auf breiter gesellschaftlicher Basis die Vernetzung allen Lebens a) in dieser 3D-Welt und b) auch in Interaktion mit weiteren unsichtbaren feinstofflichen und mehr dimensionalen Raumzeiten (Theorie der Branen der US-Physikerin Lisa Randall). Für mich ist der Tod z.B. nicht das Ende, sondern der Phasenuebergang eines Wesens, das seine Wohnung (den Koerper) verlaesst und umzieht. Den neuen, nachtodlichen Koerper koennen wir hier leider meistens nicht sehen.

B) Bilder, die auf der Basis von Orchideen entstanden sind. Diese erstaunlichen Blueten sind in meiner Wahrnehmung Ausdruck hoeherweltlicher Intelligenz, die in unserer 3D-Welt als eben solche Bluete "erscheint" oder wirkt. Deshalb nenne ich sie „Engelorchideen“.

C) Objekte und Objektkaesten mit vielfaeltigen Verknuepfungsmoeglichkeiten: indianisch inspirierte Windungen und Wicklungen und Objekte mit biografischem Inhalt.

D) Zeichnungen meines Grossvaters Karl Gr.-Schweinefuss (1899-1989) die er 1922 an der privaten kunstgewerblichen Fachschule (1909-1936) in Blankenburg im Harz anfertigte. Diese Schule stand unter der Leitung von Ludwig Reineking und hatte damals deutschlandweit einen hervorragenden Ruf. Sie wurde 1936 nach Hildesheim verkauft und hiess in den 1930er Jahren: Fachschule für Innenarchitektur. Sie sollte 1945 in Blankenburg wieder eroeffnet werden.

Besonders bedanke ich mich bei meiner Tante Hannelore Gr.-Schweinefuß! Sie ist meine erste Kritikerin und regt mich mit ihrer einfuehlsamen und praezise-hellwachen Beobachtungsgabe immer wieder an, meine Schoepfungen zu hinterfragen. Sie ermutigt mich, wenn ich hier in dem schwierigen Preuss.Oldendorf aufgeben will und erinnert mich an den kommenden neuen Tag, der neue Moeglichkeiten bieten kann.

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Deutschland 2010-2013

(c) Text von Johanna Hespe, geschrieben aus der Sicht der Astrologischen Psychologie (c) API.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung am 03.Oktober 1990 in Berlin ins Leben gerufen. Der neue Nationalfeiertag „Tag der deutschen Einheit“ wird in diesem Jahr zum 20.Mal begangen.

Grundhoroskop der Bundesrepublik Deutschland, Sonne in Waage im Haus 4, Mond in Fische im Haus 9, Saturn in Steinbock im Haus 6, Aszendent (Ich-Punkt) in Loewe mit Jupiter in Loewe, Mondknoten in Wassermann am Descen denten (Du-Punkt).

Sept. 2010 – Dez. 2013 Alterspunkt im Skorpion, Pluto im Skorpion. Im Mai 2012 erreicht der Alterspunkt (AP) der BRD den Pluto des Gründungshoroskopes (sog. Plutouebergang).

In den vergangenen 20 Jahren ist viel geschaffen und viel zerstoert worden. Der deutsche Schriftsteller und Nobelpreistraeger Guenter Grass (82) sagte dazu in einem Interview (Der Spiegel 33 /2010): „Ich finde nach wie vor, dass wir uns die DDR nicht auf diese ueberhastete Weise haetten einverleiben duerfen. Es ist ein Unding, welch große Chance wir vertan haben. Man haette diesen Moment, in dem nach zwei Dikta turen das demokratische Selbstbewusstsein in den beruehmten vier Woertern erbluehte, nicht abwuergen duerfen.`Wir sind das Volk!`- und schon wurde es mitsamt seiner Produktionsstaetten abgewickelt und sein Vermoegen durch die Treuhand für einen Appel und ein Ei verschleudert. Diese 17 Millionen Menschen dort hatten waehrend der langen Nachkriegszeit die Hauptlast des von allen Deutschen gefuehrten und ver lorenen Krieges zu tragen.“

Die neue Bundesrepublik Deutschland wurde mit dem Aszendenten Loewe „geboren“. Nach der psycholo gischen Astrologie von Bruno und Louise Huber © API (API Institut, Adliswil, Zürich, Schweiz) laeuft die Lebensuhr gegen den Uhrzeigersinn durch die 12 Haeuser und ist der Indikator der Lebensprozesse und der Biografie. Das gilt für Individuen genauso, wie für Staaten, andere Koerperschaften oder Ereignisse (Mun danastrologie), denn auch sie haben eine Verlaufsform in Raum und Zeit. Auch sie sind den universellen Gesetzen von Ursache und Wirkung, Saat und Ernte unterworfen. Werden die wirkenden Schicksals kraefte bewusst, so wird aus dem unbewusst und blind erlebten Schicksal (Karma), der Uebungs-Weg der Loesung und Wiedergutmachung (Dharma). Kann auch eine Nation mit Millionen von Einwohner/innen durch Bewusstwerdung und Ausarbeitung vom Karma zum Dharma gelangen? Vielleicht koennte Deutsch land ein erstes Beispiel werden.

Im Moment halten fast alle hier lebenden Menschen noch mehr oder weniger fest. Deutschland wird jedoch nun unweigerlich in eine 3-jährige kurze, aber heftige Phase der Skorpionenergien mit dem wandeln den Planeten Pluto in seiner Mitte stehend hineingeworfen. Pluto ist in der astrologischen Psychologie (© API) der esoterische Herrscher des Zeichens Skorpion. Esoterisch bedeutet: nach innen gerichtetim Gegesatz zu exoterisch = nach aussen gerichtet. Innen sind die gestaltbildenden Lebenskraefte, die jede Form in einer ewigen Spirale erschaffen und zerstoeren. Die Skorpionenergien spiegeln den gemeinsamen Besitz wider, den Mehrwert der in einer Partnerschaft (Waage) erwirtschaftet wurde, sowohl emotional, geistig wie auch materiell. Skorpionische Energien sind astral (Wasserzeichen), verschmelzend, fixiert (festhaltend) und an den Lebenskräften (Libido, Sexualität) interessiert. Deshalb schmerzen skorpionische und plutonische Prozesse auch immer besonders. Es sind die grossen Familien- oder Gesellschaftsdramen, wenn durchs Festhalten (Rechthaben) Bestehendes, Überaltertes, Schon-im-Verfall-Begriffenes geruettelt und zerstueckelt wird, wenn Menschen erkranken und alles duester und hoffnungslos erscheint. Das Element Wasser muss bewegt und gut durchlüftet werden, um geklaert und gesund zu sein. Stehendes Wasser (fix) wird faulig und gaert. Es kann auch gefrieren (fehlendes Feuer), wenn die Liebe fortgegangen ist. Skorpion ist auch der "brennende Grund" (mensch denke an die ca. 800 Feuer, die diesen Sommer in Russland wue teten).  

Die kommenden drei Jahre bis 2013 werden aus astrologisch-psychologischer also eine grosse Versuchsan ordnung liefern für das kollektives Erringen von mehr Bewusstheit und einer groesseren Bewusstseinserwei terung. Reif dafuer muessten wir eigentlich sein! Koennen aus heutigen Fans und Konsument /innen verant wortungsvollere und engagiertere Bueger/innen werden? Frauen und Maenner mit Vorbildfunktion fuer die naechsten Generationen? Jetzt mit dem AP im Zeichen Skorpion bricht die Zeit einer kollektiven Transfor mation in Deutschland an!

Es ist also gut moeglich, daß nun in Deutschland in den kommenden 3 Jahren kollektive Gaerprozesse zur Beschleunigung gelangen, die mit dem kollektiven Besitz und den daran haftenden Gefuehlen zu tun ha ben. Das Ganze spielt sich im Haus 4 der Heimat, des Kollektivs, der Familie, der (uralten) Vergangenheit ab. Mit dem Eintritt des Alterspunktes des Horoskopes der Bundesrepublik Deutschland in das Zeichen Skorpion im Sept. 2010wird sofort auch der in ihm stehende Planet Pluto aktiv. Ein tiefer, dunkler und fremdartiger, plutonischer Ton erklingt und gemahnt an die Unterwelt, das Unbewusste, das Reich des Todes und der Toten, des persönlichen Todes und der Auferstehung. Pluto symbolisiert eine grosse Na turkraft, die auch immer mit der Kernenergie in Verbindung gebracht wird. Die jetzt wieder erstarkende Anti-Atomkraft-Bewegung ist ein erstes Zeichen einer kollektiven Resensibilisierung für die Todeskraefte, die durch den verantwortungslosen Umgang mit Plutonium und der politische Luege ueber sichere Endlager staetten ins Licht des kollektiven Bewusstseins tritt. Und dann ist da noch die nazistische Vergangenheit Deutschlands. Diese alte Kraft lauert ueberall und fordert den Buerger/innensinn heraus. Bislang konnte sie durch Demonstationen und Wachsamkeit immer wieder zurueckgedraengt werden.

Salomon Korn (Vizepraesident des Zentralrates der Juden in Deutschland zitiert aus einem Interview in Der Spiegel 12/2004) "Frage: Wurde die Traumatisierung der Opfer durch das Schweigen an die naechste Generation weitergegeben  Antwort: Ja, das Unausgesprochene geht -sozusagen als schwarze Loecher in der Seele-auf die 2.Generation ueber, die ihrerseits einen Teil davon weitergibt. Erste die 4. Generation kann frei davon sein. Und wir sind gerade in der Mitte dieses Prozesses. Nach allem, was zwischen 1933 und 1945 geschehen ist, ist es hier (in Deutschland) normal, daß nicht alles normal ist."

Sept. 2010 – Dez. 2013 Alterspunkt im Skorpion im eingeschlossenen Zeichen im Haus 4

Das Zeichen Skorpion steht im Horoskop der Bundesrepublik Deutschland im 4. Haus eingeschlossen, d.h. die Haeuserspitzen des 4. und des 5. Hauses stehen in den Zeichen Waage und Schütze und das Skorpion zeichen hat keine Hausspitze. Das bedeutet, dass die skorpionischen Energien mit dem Werkzeug Pluto nicht unmittelbar von innen nach aussen in die deutsche Gesellschaft fliessen und wirken koennen. Im Gegen teil kommen Ausloeser und unausweichliche Ereignisse in den kommenden drei Jahren womoeglich von aus sen (Umwelt, Welt, andere Nationen), auf die die deutsche Nation dann nur re-agieren kann. Eingeschlos sene Planetenenergien wie hier diejenige des Pluto (der im besten Sinn das goettliche hoehere Selbst symbo lisiert) deuten immer auf ein Karma hin, also eine Erblast, eine alte, uralte Schuld, die in dieser Inkarnation wieder gutgemacht werden kann.

Die Achse 4. / 10. Haus ist die sog. Individualachse. Im Radix der BRD stehen die Zeichen Stier und Skorpion im 4. Haus eingeschlossen, d.h. ohne Haeuserspitze. Stier-Skorpion ist die sog. Besitzachse. Also die Besitzachse steht auf der Individualachse eingeschlossen.

Alle Menschen, die von Nov. 1983 – Nov. 1995 geboren wurden, haben auch den Pluto im Skorpion. Sie sind diejenigen mit der groessten Resonanz auf den aktuellen gesamtdeutschen Alterspunkt. Sie sind heute 15-27 Jahre alt und wir wissen um und erleben ihre Schwierigkeiten in Schule, Bildung, Ausbildung, Beruf, Verhalten  und Konsum. Wir kenne ihre Dunkelheit, Radikalität, ihr Nicht-Gehorchen-Wollen, ihre Gefaehr dung in Suechten und Exzessen (Extremsport). Sie haben alle ein grosses altes, sich nach Erloesung sehnen des Ego, eine plutonisch-skorpionische Tiefe und Radikalitaet, eine  Todessehnsucht, Gewalt, Sehnsucht nach Wandlung, Sehnsucht nach dem Sich-Unterstellen unter eine groessere Macht (Gott) in sich. Das ha ben sie alle in mehr oder weniger ausgeprägter Form.

Sonne in Waage an der 4.Haeuserspitze (IC) in halber Konjunktion mit Venus in Waage In Konjunktion mit Merkur in Jungfrau.

Wir versuchen seit dem Ende des 2.Weltkrieges und dann ab 1968, immer lockerer, perfekter, spassiger, bunter, munterer, beschaeftigter, lustiger, gesunder und jugendlicher zu werden. Das fuehlt sich stark nach kollektiver Verdraengung an. Party ohne Ende (James Last erfand das Non-Stop-Dancing). Heute ist das nur noch mit Drogen durchzuhalten. Ein weltweites Phaenomen und ein Zeichen, daß der Wandel bevor steht.

Wie wird der um Ausgleich und Balance bemuehte deutsche Staat (Sonne in Waage im Haus 4, am IC = Mitternachtssonne = Ende eines grossen Zyklus) und die sensitive, emotional fluechtende, kontaktarme und nach Bewusstseinserweiterung und eigenem Weltbild (Philosophie) strebende deutsche Seele (Mond in Fische an der 9.Haeuserspitze) auf diesen von innen schmerzenden, gaerenden und nach Metamor phose schreiende Prozess antworten? Es ist ja nicht nur materiell, es ist kein neuer Plan, keine Bilanz, es ist die grosse ethische Wandlung eines Kollektivs - oder ihr Tod? Muss ein AKW in die Luft fliegen oder entschleunigen wir uns freiwillig und gehen zu unseren Toten, zu unserer kollektiven Schuld, jede für sich, im stillen Kaemmerlein des Herzens? In Muechen stehen jetzt die Menschen auch auf der Strasse und demonstrieren. Keine neue Gedenkstaette ist noetig, kein Geld muss ausgegeben werden. Aber die persoenliche Schaedelstaette (Golgatha) ruft, darum geht es jetzt nach dem Crash vom 15. Sept.2008. Jesus fuehlte sich verlassen in seinem Tod, der eine Gestaltwandlung (Metamorphose) war. Er musste alleine hindurchgehen, kein Engel und kein Gott waren für ihn fuehlbar. Und es macht Sinn. Die alten wie dergeborenen Seelen sind unter uns. Sie werden dieses plutonische Werk vollziehen. Die genauen Um staende stehen in den Sternen. Es muss kein kollektiver Tod sein. Es kann ein kollektives Innehalten, ein Schmerz sein, der zur Bereitschaft des Jetzt fuehrt. Einzutreten in das kollektive, von innerem Licht erfüllte kollektive Selbst. Damit wir das auch wirklich machen, transitiert der Saturn in den kommenden zwei Jahren durch das Zeichen Waage und bremst, beschneidet und strukturiert die deutsche Venus (?Gefall sucht, ?Eitelkeit) und das deutsche Waage-Bewusstsein.

Der geklaerte deutsche Fischemond wuerde dann bejahend den anstehenden neuen Gesetzen (Saturn in Steinbock, Plutotransit in Steinbock 2008 – 2024) gegenueberstehen und Verantwortung übernehmen.

Realistisch betrachtet wird von allem etwas geschehen, das Weisse-Lichtvolle und das Schwarze-Ab gruendige. Hoffen wir, daß es eine lebbare und ertragbare Mischung sein wird!

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Nachruf auf Iris Frewert

(c) Text von Johanna Hespe

17. Januar 2012. Iris Frewert, geb. Hespe verliess ihren Körper im Ev.-luth. Krankenhaus in Bünde.

2008, 1952, 1993

Iris Frewert hinterlässt ihren Sohn Carsten Frewert, ihre Schwiegertochter Verena Frewert, ihre Enkelkin der Fiona (3) und Arne (2,5 Monate), ihre Schwester Johanna Hespe und ihre Tante Hannelore Gr.-Schweinefuss.

20. Januar 1945. Im letzten und strengen Kriegswinter wurde Iris Hespe in Preuß.Oldendorf an der Spie gelstrasse geboren. Dort waren ihr Vater und Grossvater Mitinhaber einer Tischlerei. Ihr Vater Ernst Hespe und ihr Grossvater Karl Gr.-Schweinefuss waren zu der Zeit noch beide an der Front im 2.Weltkrieg. Ernst Hespe sah sein erstes Kind erst nach der Heimkehr aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft Ende 1945. Anfang der 1950er Jahre machten sich Iris Vater Ernst (Kaufmann) und Grossvater Karl (Tischler) mit der Möbeltischlerei und späteren Möbelfabrik Gr.-Schweinefuss & Hespe an der Jahnstr. in Preuß.Oldendorf selbstständig. Iris wurde am 22. März 1959 in der Ev.-luth. St.Dionysuskirche in Preuss.Oldendorf konfirmiert. Ihr Kon firmationsspruch lautete: Johannes 14, 6:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Nach der Grundschul- und Realschulzeit in Preuss.Oldendorf besuchte Iris die Höhere Handelsschule in Herford und machte anschliessend eine Lehre mit dem Berufsziel „Gehilfin in Steuersachen“. Während die ser Zeit lernte sie ihren späteren Mann Horst Frewert kennen. Die beiden heirateten 1968 und machten sich als Steuerberater selbstständig. 1971 wurde ihr Sohn Carsten geboren. Bis zur Trennung kurz vor der Sil berhochzeit 1993 leitete Iris das Büro ihres Mannes und war be-liebt wegen ihrer freundlichen und umgäng lichen Art mit Kunden und ihrer beruflichen Zuverlässigkeit.

1993 besuchte Iris Australien. Diese Reise hat bei ihr tiefe Eindrücke der Natürlichkeit und Ganzheitlichkeit hinterlassen. Ihre Tierliebe war gross. Mindestens eine Katze war immer in ihrer Nähe. Als Kind fand sie oft in der Natur Tiere, die Hilfe brauchten. In ihren späteren Jahren sagte sie einmal zu ihrer Schwester, dass sie gerne Biologie studiert hätte oder Tierärztin gworden wäre. Sie hatte aber keinen Mut, ein Senioren studium zu beginnen. Sie gehörte jener Frauengeneration an, die noch fest im Patriarchat verankert sind. Ihr ca. 30 Jahre langes und zu Zeiten starkes Rauchen war vielleicht ein Ausdruck ihrer inneren und  unbewuss ten Unerfülltheit und hat sicher mit zu ihrer tödlichen Erkrankung beigetragen.

Iris war aber auch kulturell, künstlerisch und vielseitig intellektuell interessiert. Ihre künstlerischen Talente hat sie leider nicht entwickelt. Sie gab alle Energie ihrem Beruf und ihrer Familie und pass-te sich an. In ihren jüngeren Jahren war sie dem Leben zugewandt und auch sehr gerne auf sonnigen Reisen. Später und nach vielen Ent-Täuschungen und Verlusten schlichen sich verständlicherweise allmählich dunklere Wolken in ihr Gemüt. Sie wollte dieses aber nicht gerne mit anderen teilen, da sie stets einen Anspruch von Form, Qualität und Leistung an sich selbst gehabt hat. Ihre Hinterbliebenen trauern sehr um den zu frühen Verlust dieser interessanten und belebenden Persönlich keit in ihrem Familien und Freundeskreis.Möge Gott ihrer ewigen Seele jetzt gnädig sein und ihre Seelenrei se ins ewige Licht sicher geleiten!

Preuss.Oldendorf, im Januar 2012, Hannelore Gr.-Schweinefuß und Johanna Hespe

P.S.: Iris (griechisch: Regenbogen) ist eine Gottheit der griechischen Mythologie. Sie ist die Personifikation des Regenbo- gens und kann nach der physikalischen Vorstellung der Griechen Winde erzeugen. In der Mythologie hat sie meist die Funktion einer Götterbotin, vorzugsweise der Göttin Hera. (Quelle: Wikipedia)       

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20 Jahre Galerie Novalis

Vernissage, Sonntag, 27.Oktober 2013

Ansprache von Johanna Hespe

Über das Mögliche: „Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, und deshalb taten sie es.“ (Mark Twain, 1835-1910) Mir gefällt diese Behauptung von Mark Twain sehr gut! Sie spiegelt wider, warum es zur Galerie Novalis gekommen ist, denn z.B. meine Mutter warnte mich, so eine Einrichtung habe hier in Preuß.Oldendorf und Umgebung kein Publikum und keine Chance. Ich jedoch folgte dem angeblich Unmöglichen und deshalb ist zur Zeit hier alles so, wie es ist.

In meiner Tante erleben Sie eine Frau mit sehr vielen Talenten. Sie hat die Familie mit ihrer aufopferungsvollen Hingabe zusammengehalten. Sie besitzt eine sehr grosse Empathiefähigkeit. Sie wurde 1934 geboren und wuchs in PrO auf. Für mich gehört sie zu den Frauengenerationen, die keine Chance hatten. Meine Tante besitzt jedoch Resilienz – Widerstandskraft – und hat sich selbst und auch mich schon sehr oft ermutigt weiterzumachen. Sie hat einen ausgeprägten Schönheits- und Farbsinn und ist dem Kulturellen gegenüber sehr aufgeschlossen. Deshalb bespreche und plane ich alles mit ihr. Nichts war und ist ihr zuviel und Sie können sich vorstellen, wie viel Arbeit manche Veranstaltung gemacht hat.

Eines unserer Mottos ist: „Whatever you do, don´t run.“ Das sagen Ranger in Südafrika über das Verhalten im Busch wilden Tieren gegenüber. Meistens bleiben wir bei großen und kleinen Problemen also stehen und suchen die direkte und schnelle Lösung. Davonlaufen oder Sich-Wegducken geht nicht!

Die Galerie Novalis ist also meine / unsere private kulturelle Einrichtung und wurde 1993 eröffnet. Dafür wurden Teile der ehemaligen Möbelfabrik meiner Eltern und Großeltern nach und nach ausgebaut. Die Gartenanlage auf dem 6.700 qm großen Grundstück hat einen bis zu 50 Jahre alten Baumbestand. Ich habe diese Einrichtung nach dem deutschen Dichter Novalis (1772-1801, Pseudonym von Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg) benannt. Novalis heißt „Der Neuland Bestellende“ und von Hardenberg gab sich dieses Pseudonym, um im April 1798 in der neuen Literaturzeitschrift „Athenaeum“ seine „Blütenstaubfragmente“ veröffentlichen zu können. Darin heißt es z.B.: „Wir suchen überall das Unbedingte und finden immer nur Dinge.“ Ich mag Novalis. Er ist mir irgendwie nah. Er war wie ich Ingenieur und Künstler. Ich bin keine Novalis Expertin, aber mich interessiert die Zeit nach der Weimarer Klassik kulturell und politisch.

Die Galerie Novalis ist ein Ort der Begegnung, Besinnung und seelischer Vertiefung in der hektischen und oft hässlichen Umwelt des 21. Jahrhunderts. Hier treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um sich der Muße und den feineren und schöneren kulturellen Dingen des Lebens zuzuwenden, damit ihre seelische Balance wiederhergestellt wird oder um sich kulturell und geistig weiter zu entwickeln. Es werden angeboten: Kunstkurse, Konzerte, Lesungen, Vorträge und persönliche Beratungen. Schwerpunkte: Psychosynthese, Astrologische Psychologie (API), Raja Yoga u.a.m. In den großzügig gestalteten Galerieräumen sind als Dauerausstellung meistens meine Bilder und Skulpturen zu sehen. Auch nach nunmehr 20 Jahren kommen nur wenige Menschen hierher. Meistens kommen diese dann jedoch jahrelang immer wieder! Diese Einrichtung war immer nur mein „Stiefkind“. Ob es einmal anders wird, weiß ich nicht. Mein Angebot entspricht nicht dem hier in dieser Gegend vorherrschenden „Geschmack“ und dem Zeitgeist des Lauten, des Schnellen, der Ablenkung und des Konsums. Mir geht es jedoch um Authentizität.

„Mancher hat ein großes Feuer in seiner Seele - und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.“ Vincent van Gogh (1853-1890)

Oder: „Je mehr ich scheitere, desto erfolgreicher bin ich.“ (Alberto Giacometti,1901-1966)

Oder: „Alle anderen -mit Ausnahme der Eskimos und der Indianer- haben mehr Interesse an mir gehabt, als meine Landsleute.“ (Karl Valentin, 1882 -1948)

Meine Kunst

In dieser Ausstellung habe ich alte und neue Werke zusammengestellt, die mensch alle mit dem Reisen in Verbindung bringen kann. Zum Einen der tatsächlichen Reise. Dazu sehen Sie Reisezeichnungen. Und zum Anderen der inneren seelischen und geistige Reise, die wir als z.B.Tagtraum alle kennen. Der Mensch reist ständig und das Kind ist darin ein Meister - wenn mensch es nur liesse! Heute jedoch müssen schon Kinder von einem Termin zum anderen hetzen! Sie sollen nicht träumen! Die Wahrheit ist jedoch, dass wir alle aus dem Traum kommen und wieder in ihn zurückkehren, wenn wir für immer gehen.

Franz Kafka (1883-1924) dichtet: ""Wohin reitest du, Herr? Ich weiss es nicht, sagte ich, nur weg von hier, nur weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen. Du kennst also dein Ziel?, fragte er. Ja, antwortet ich, ich sage es doch: Weg-von-hier, das ist mein Ziel. Du hast keinen Essvorrat mit, sagte er. Ich brauche keinen, sagte ich, die Reise ist so lang, dass ich verhungern muss, wenn ich auf dem Weg nichts bekomme. Kein Essvorat kann mich retten. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheuere Reise." (Zitiert aus: Das Poesie Album, Insel Taschenbuch 414, Frankfurt a.M. 1979)

Die Spiritualität ist für mich überhaupt mein Lebenszweck. Also ist sie auch der tragende Grund für viele meiner Kunstwerke. Einige spiegeln jedoch auch meine Auseinandersetzung mit sozialen und politischen Themen wider und andere die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. Ich habe wie - wohl jeder Mensch in diesem Leben - bestimmte mehr oder weniger bewusste Absichten. Dafür ist die genaue Kenntnis des eigenen Geburtshoroskops das ideale Erkenntnis- und Steuerungswerkzeug. Deshalb habe ich von 1983-1985 die Ausbildung zur Astrologisch-psychologischen Beraterin der Huber Schule (API, Bruno Huber 1923-1999 und Louise Huber, *1924) durchlaufen und danach von 1987-1990 die 3-jährige Weiterbildung in Therapeutischer Psychosynthese mit M.S. David Bach (1923-2004, Psychosynthesis Institute of New York). Diese Erfahrungen, im Jahr 2013. 35 Jahre Arbeit für und mit Menschen und viele weitere Interessen fließen in meine Kunstwerke mit ein. Diese zeigen deshalb oft Fenster in andere Welten oder machen Unsichtbares sichtbar. Als Künstlerin bin ich eine Art Resonatorin. Ich nehme unbewusst Schwingungen auf, kanalisiere sie und gestalte sie danach bewusst weiter.

Ich mag dieses Gedicht von Wumen (Wumen Huikai, 1183-1260, jap. Zenmeister): „Zum Großen Weg gibt es kein Tor. Da sind tausend verschiedene Zugänge. Wer diese Schranke durchschritten hat, wandelt in einsamer Freiheit im Weltall.“

Mich interessiert die Erde als Lebewesen. Sie spricht zu uns durch ihre Lebewesen und in ihren Naturerscheinungen. Mutter Erde sucht die Verbindung mit uns! Die Erde kommt immer wieder in meinen Kunstwerken vor. In den homerischen Hymnen, übersetzt von Anton Weiher heißt es: „Gaia – Dich Allmutter werd´ ich besingen, dich alte festgegründete Nährerin aller irdischen Wesen, was die göttliche Erde begeht und was in den Meeren, was in den Lüften sich regt, genießen deine Fülle und Gnade. - Gute Kinder und gute Früchte entsprießen dir! Hehre, du hast Gewalt, den sterblichen Menschen Leben zu geben oder zu nehmen!“

Der Kunstunterricht

Für mich gehört das alles hier zusammen! Spiritualität, Lebenshilfe, Musik, Bildende Kunst, Psychologie, Philosophie und Heilung. Das ist mein Leben. Das sind meine Talente. Denn es handelt alles von Schwingungen! In der Meditation kann mensch direkte kreative Inspirationen erhalten. Auch die oben beschriebenen Themen der Astrologsichen Psychologie und der Psychosynthese sind hochkreativ und bringen eine positive Stimmung und „Farbe“ ins Leben. Es ist z.B. wunderbar zu sehen, wie Menschen jeden Alters sich im kreativen Tun beim Kunstmachen entspannen und öffnen. Das kreative Tun ist eine Form der Konzentration, die zur Kontemplation werden kann. In den Gruppen werden spielerisch Erfahrungen gemacht mit Farben, Formen und Stilen oder dem, das der Mensch gerade selbst ausdrücken will. Kunstunterricht ist ein Prozess und vermittelt (ähnlich wie Musikunterricht) Erfahrungen mit den Sinnen und der emotionalen Intelligenz im aktiven Tun, im lebendigen Erfahren und im sozialen Miteinander. Er gehört deshalb zur Basiskultur. Auch das Umweltbewusstsein wird über die ästhetische Erziehung wesentlich geschärft. Denn das Denken in Bildern, Formen, Farben, Proportionen und Materialien erzeugt einen vertieften Respekt vor allem und Rücksicht auf alles, was ist.

Die Veranstaltungen

Meine Tante und ich haben immer gerne organisiert. Wir wollten ujnd wollen Preussisch Oldendorf und seine Umgebung kulturell und spirituell bereichern. Denken Sie nur an die schönen Adventskonzerte mit Hannelores feinem Gebäck! Oder weitere Kammerkonzerte. Es waren z.B. 29 Veranstaltungen für 6 LandArt Festivals. Es war in Wahrheit zu viel für nur zwei Personen in der Organisation...

Die Astrologisch-psychologischen Seminare

Nach Arnold Graf Keyserling (1922-2005) werden wir von vier Kräften beeinflusst. Ohne den Segen dieser Kräfte ist unser Leben kraftlos und richtungslos. Diese Kräfte sind: Die Ahnen und Verstorbenen, die Engeln (die kosmischen und persönlichen Helfern), die Naturkräfte (die Elementarkräften des Körpers), die Musen und Inspirationen

Die heutige technophile Generation (z.B. diejenigen mit Uranus und Pluto in Jungfrau) „glaubt“ nicht an so etwas. Sie glauben nur an Maschinen und dass mann sich die Erde weiter Untertan machen soll. Jetzt geht es z.B. um neue Fundstätten von Seltenen Erden und Schiefergasbohrungen. Es werden aber wieder Generationen kommen (sie sind schon geboren), die nach Gott, dem Universum, dem Mythos, dem Grossen Wir fragen. Davon sind meine Tante und ich überzeigt und das möchten wir noch erleben, dass Menschen wieder respektvoll, achtsam, demütig, geduldig, bescheiden, transparent und einfach sind.

Die Psychosynthese-Seminare

Wenn das persönliche Wechselspiel dieser gründenden Faktoren im Ungleichgewicht ist, sind oder werden wir gekränkt, bzw. unsere verschiedenen Körper zeigen uns mit äußerster Genauigkeit in Form von Symptomen das auf, was uns fehlt. Natürlich gibt es auch Krankheiten, die Not-wendig sind und schon vor der Inkarnation bestimmt wurden. Das sind ja sehr schwierige und sensible Themen, warum wir in welche Familie und welche Umwelt inkarnieren. (Kann es sein, dass wir z.B. die Lehrer unserer Eltern sein können?) Also – es geht immer um ein Wechselspiel – Leela – das Spiel der Kräfte. Wenn der Mensch sich durch langes, langes Training zu einer mehr seelenorientierten Person entwickelt hat, dann können ihn (z.B. im Traum oder Tagtraum) direkte Inspirationen aus anderen Lebensbereichen erreichen und seine Heilung fördern. Der Mensch wird achtsamer und kann dann selber mitdenken und mitfühlen und muss seine eigene Heilungskraft nicht an die staatlichen oder anderen Helfer und Heiler abgeben. Wir sollten jedoch in unserem gnadenlosen Hochmut nicht vergessen, dass der „Tod“ (wie wir hier im Westen sagen) eine Heilung sein kann, dass die schwere Krankheit eine Stufe im Einweihungsprozess sein kann. Wer nur flüstert uns ein, ein „gesunder“ Zustand sei immer anzustreben? Der passt natürlich prima zur Selbstausbeutung im Arbeitsprozess der postindustriellen Informationsgesellschaft!

Dem Gedenken der Verstorbenen

Gedenken möchten wir heute: Unseren Familienangehörigen: Ernst Hespe 1914 – 1983, Karl Gr.-Schweinefuss 1899 - 1989, Waltraud Hespe 1922 – 1996 und Iris Frewert, geb. Hespe 1945 – 2012

Unseren Familientieren. Wir hatten und haben stets Tiere, die uns liebevoll stützten, nervten, uns viel Arbeit machten und uns immer im richtigen Moment ein Schmunzeln entlockten. Für mich waren zwei Tierfreunde, der Westhighlandterrier Billy (1990 – 2004) und der Kater Mink (1991 – 2006) besonders wichtig in den damaligen Jahren. Zur Zeit leben hier 6 Katzen, die alle aus der Natur zu uns kamen. Kater Felix (ca.2001 geboren) ist der Chef.

Wir möchten folgenden Freunden und Bekannten gedenken: Walter Tegeler 1936 – 2012, Er war immer da, wenn wir ihn riefen. Er fand immer eine Lösung. Purnam Wippermann 1955 - 2012. Ihre Töchter Corinna und Jette waren hier um 1988 die ersten Kunstschülerinnen. Karin Heinemann 1941 – 2011. Ich kannte Karin und ihre Familie seit 1984. Selbst u.a. Künstlerin, war sie immer sehr interessiert an unseren Angeboten und ist zu fast jeder Veranstaltung gekommen.

Diese Frauen und dieser Mann besuchten jahrelang die Meditationsgruppe: Gisela Bönning, Ursual Kammann, Wilhelm Bartelheim, Margret Bartelheim, Wolfgang Schiegnitz, Karin Homburg, Elisabeth Kiel. Mögen alle diese lieben Entschlafenen im Ewigen Licht ruhen – oder dort Kunst machen!

Die Zukunft Mein persönliches Gefühl jetzt am Ende des Jahres 2013 ist: a) dass die Zeit drängt (Uranus in Widder), b) dass wir alle vor einem großen spirituellen Schritt stehen (Neptun in Fische und Pluto im Steinbock). Dieser Schritt hat mit Vertrauen und Liebe zu tun. Er wird seine Entsprechung dann etwas später in der materiellen Welt finden. Die vier von Keyserling beschriebenen Kräfte wollen mit uns kommunizieren! Bei uns ist jedoch ständig besetzt, fast alle unsere grob- und feinstofflichen Sinneskanäle werden vom Ego und seinen Spielchen - Machen – Haben –Sein - ausgebeutet und verschmutzt. Wir sollten jetzt sofort alle still sein, die unbeschadete Natur (wo gibt es sie noch?) suchen und einfach nur zuhören, denn das Hören ist der Weg! Und der Weg führt zum Herzen. Und im Herzen wartet der Christos auf uns. Wir wünschen uns, daß das Innehalten und Beten wieder seinen angestammten Platz im alltäglichen Leben einnimmt. Alles muss wieder echt werden! Die Mitte fehlt – überall.

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Die Jahnstraße in Preußisch Oldendorf

Geh Denken I - Gehen und Denken in Preußisch Oldendorf - Samstag, 24. Mai 2014 - Erster historisch-kultureller Spaziergang über die Jahnstraße in Preußisch Oldendorf

(c) Text von Johanna Hespe

Idee und Realisation: Johanna Hespe und Rita Tscherpel - In Zusammenarbeit mit dem Vitalis Wohnpark und dem Stadtarchiv Preußisch Oldendorf

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Foto links: Mit freundlicher Genehmigung von Westfalen-Blatt (Kai Wessel)

Sprecherin des Aktionsbündnisses und Kostümträgerin in der Tracht einer Diakonisse der Bodelschwingschen Anstalten Bethel: Rita Tscherpel - Sprecherin des Aktionsbündnisses: Johanna Hespe - Der Feuervogel mit dem Straßenkalender: Monika Quindt - Musikerin Tanja van der Wacht - Musikerin Vera Rebecca Sukkau - Foto: Petra Facklam, Sabine Schneider-Kettelför

Am Samstag, 24. Mai 2014 fand nachmittags zum ersten Mal ein historischer und kultureller Spaziergang über die Jahnstraße statt. Eingeladen hatte das „Aktionsbündnis Jahnstraße“. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Preußisch Oldendorf und dem Vitalis Wohnpark hatte dieser Zusammenschluss engagierter Bürgerinnnen und Bürger unter der Federführung von Johanna Hespe, Rita Tscherpel, Tanja van der Wacht und Werner Kaiser dieses interaktive Nachmittagsprogramm erdacht für die Augen, die Ohren, das Herz und zum…Denken. Ziel dieser Veranstaltung war, durch das Hören von historischen Fakten, Geschichten und dem Betrachten von Dokumenten, seinen (Heimat-) Ort und neue „Nachbarn“ besser kennenzulernen und Achtsamkeit und Wertschätzung für bisher unbekannte und vernachlässigte Seiten von PrO aufzubauen. Vor dem Rundgang sangen und musizierten Tanja van der Wacht aus Levern und Vera Rebecca Sukkau aus Sulingen im Vitalis Wohnpark. Dann begann der Rundgang mit 4 Stationen auf dem Parkplatz an den Seniorenwohungen Jahnstraße 1. Johanna Hespe hatte das Aufbruch und neue Energie symbolisierende Feuervogelkostüm und den beweglichen Strassenkalender mit Fotos und Dokumenten erdacht und hergestellt. Das Kostüm und der Kalender wurden von Monika Quindt (14) getragen.

Rita Tscherpel führte aus, dass gerade in der Jahnstraße sich mit dem Pollerts Hof am Beginn dieser Straße ein besonderes Zeugnis der Sozialen Arbeit befand. Angespornt von den Gedanken Johann Hinrich Wicherns aus Hamburg entstand laut Herrn Rottschäfer in Preuß. Oldendorf 1851 das 1. Rettungshaus in ganz Ostwestfalen. „Die soziale Not in den Städten wie auf dem Lande“ hatte Männer und Frauen der Kirche angespornt sich um die Kinder und Waisen zu kümmern, lange bevor sich der Staat um die sozialen Missstände mit Sozialgesetzen darum kümmerte. Die Kirchengemeinde Preußisch Oldendorf war immer durch die Pastoren mit im Vorstand des Rettungshauses Pollertshof verbunden. Erst viel später 1930 wurde der Pollerts Hof an die von Bodelschwinghschen Anstalten verkauft und dort zu einem Alten- und Pflegeheim umgebaut. Da wo jetzt der Vitalis Wohnpark steht, war seit 1913 bis 1962 die Turn- und Festhalle dieser Institution mit dem ersten ev.-luth. Kindergarten in PrO. Die Jahnstraße wurde nach dem Turnvater Jahn (1778-1852) benannt.

Rita Tscherpel führte an dieser Stelle etwas aus zu der Gründungszeit des Pollertshofs und der starken Glaubensgmeinschaft, die dieses Rettungshaus zu Wege gebracht hat und die bis heute stolz darauf sein kann, wie sie ohne staatliche Hilfe, rein in dem Bewusstsein, Kindern und Jugendlichen in Not zu helfen, unter Spenden und Mithilfe der Gläubigen aus Preuß. Oldendirf und dem ganzen Minden Ravensburger Land das 1. Rettungshaus geschaffen hat. Vor 163 Jahren herrschte hier große Not unter der Landbevölkerung, der Flachsanbau lohnte sich nicht mehr und die elektrischen Maschinen waren billiger, als die Leineweber hierzulande. Die Verarmung trieb die Heuerlingsbauern nach Holland, wo sie sich bei der schweren Arbeit des Torfstechens und der Heuernte etwas verdienen konnten; die Frauen und Kinder blieben aber zurück und weil keiner Zeit für sie hatte verwahrlosten sie und wurden z.T. auch kriminell. Von 3000 Gefängnisinsassen waren um 1850 herum 1000 Kinder und Jugendliche eingesperrt.

Johann Hinrich Wichern hat auf dem Kirchentag zu Wittenberg mit seiner Denkschrift an die deutsche Nation zur inneren Mission aufgerufen, er mahnte die tätige Liebe des Gläubigen an. Selbst hatte er schon 1833 das Raue Haus in Hamburg gegründet, in welchem damals schon Diakone ausgebildet und versandt wurden, nach da, wo es am nötigsten erschien. Ende des 19.Jh. gab es in Deutschland mehr als 400 Rettungshäuser, als Erziehungsanstalten für die gefährdete Jugend… und das Rettungshaus Pollertshof war in Ostwestfalen das erste, welchem es gelungen war, die Idee zu realisieren. Mit Hausvater Temming vom Rauen Haus. Pastor Volkening hatte es in Jöllenbeck versucht, brauchte aber 3 Jahre länger, als wie hier. Seine Botschaft lautete: Gerettet sein gibt Rettersinn. Da man keine Kinder mit Krankheiten in diesen Erziehungsanstalten aufnehmen wollte, gründeten sich aus der gleichen Motivation heraus, etwas sinnvolles auf Erden zu tun, 1867 Bethel (das Haus Gottes) und 1887 der Wittekindshof. Sie waren aber auch schon immer Auffangstätten von Kriegskrüppeln und Sozialwaisen nach Kriegen.

Und es entstand neben dem Alltagsleben und der Schulischen Begleitung auch eine Festkultur. Geburtstage wurden festlich gefeiert, alle christlichen Jahresfeste wurden dort abgehalten und auch Bedürftige aus Preuß. Oldendorf eingeladen. Wie in Preuß. Oldendorf so wurde im Assapheum in Bethel wurde nicht nur gefeiert, sondern auch, ähnlich wie im heutigen Fitnesssutdio über körperliche Betätigung rehabilitiert! Erst 1887 reagierte das Staatswesen auf den Bildungs-und Erziehungsnotstand und von da ab, bekam der Pollertshof auch öffentliche Zuschüsse und konnte weiter ausgebaut werden. Es entstanden 1902 das Rote Haus, 1913 das neue Haus, 1910 das Schulhaus mit Lehrerwohnung.

Foto: Susanne Schneider-Kettelför

Die (wichernsche) Losung "Bete und Arbeite" führte von Anfang an und in allen Anstalten dazu, dass man Land bestellte, und wirtschaftliche Überschüsse in den Ankauf von weiterem Acker, Wiesen- und Waldparzellen steckte. Bäuerliche Gebäude wurden erstellt und fast wie genossenschaftlich wurde z.B. auch für andere Bauern ohne Scheune Stroh mit untergebracht. Die Jugendlichen arbeiteten u.a. auch außerhalb auf den Bauernhöfen. Spinnen, Spulenwinden, Strohmattenflechten, Kerbschnitzerei und Tütenkleben gehörten mit zur Beschäftigung der Jugendlichen und trugen mit zum Wohlstand des Rettungshauses bei. 70% der (insges.2000) Abgänger der Anstalt galten als in der Gesellschaft reintegrierte Menschen…Das veränderte sich mit dem 1. Weltkrieg und danach gab es auch viel Hunger und Not, wo aber auch wieder durch die Frauenhilfe und andere Initiativen gelindert wurde. 1924 gab es wieder ein Gesetz, das Reichs Wohlfahrtsgesetz und dieses verlangte die staatliche Fürsorgeerziehung. Es war schon mit eine Grundlage für die spätere militaristische Prägung von Gedanken und Haltungen. Es entzog dem Rettungshaus die Kinder und den Fortbestand und nur durch die Kontaktaufnahme von Pastor Möller mit Friedrich von Bodelschwingh konnte der Weiterbetrieb der Anstalt gesichert werden. Es wurde ein Alten-u.- Pflegeheim der v. Bodelschwinghschen Anstalten und die Menschen die kamen, meist Diakone die in der Arbeit in Bethel alt geworden waren, freuten sich hier im freundlichen Landstädtchen, in Einzelparzellen ihren Lebensabend zu verbringen. 1932 wurde zur Beschäftigung noch eine Süßmostrei angelegt, Gebäude dazugekauft um dort auch Menschen mit geistiger Behinderung unterzubringen. Es hätte alles wie gewohnt und friedlich weitergehen können. Ab 1956 war Bethel ganz Besitzer vom Pollertshof. 1975 wurde die Anstalt wieder der Kirchengemeinde Preuß. Oldendorf zurückgegeben, die zusammen mit dem Kreis dieses Jugendheim daraus machte.

 Foto: Susanne Schneider-Kettelför

Wo Licht ist ist auch Schatten. Die Wehrmacht hatte ein Auge auf das große Areal der Anstalt geworfen und forderte sich die Hälfte des Wald- und Ackerlandes ein. Dies hat dann ganz andere Impulse für unsere wirtschaftliche und soziale Weiterentwicklung gegeben, mit denen die Jahnstraßenbewohner noch heute zu kämpfen haben. Leider ist in der Sylvesternacht 1962 das verbliebene Gemeindehaus abgebrannt und wurde später abgebrochen. Das Gelände wurde danach verkauft und heute hat ein privater Träger Angebote für Senioren darauf erbaut. Leider ist ein wirkliches Zusammenwachsen mit dem Stadtleben nie wirklich zustande gekommen. Johanna Hespe las ein paar Zeilen aus dem Gedicht „Zum 12. Sept. 1926“ von Margarete Möller vor.

Es folgten weitere Fakten und Geschichten, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, wenn heute in diesem Viertel die Zukunft geplant wird.

Die 2. Station war vor dem Zaun an der grossen Wiese. Johanna Hespe zeigte Dokumente darüber, dass hier im Zweiten Weltkrieg vier beweglichen Holzbaracken der Heeresluftwaffe als Unterkünfte für Soldaten mit insgesamt 1220 m² Fläche standen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in diesen Baracken dann viele Jahre Flüchlinge aus den Ostgebieten und Evakuierte aus dem Ruhrgebiet untergebracht. Durch diese neuen Bevölkerungsanteile wurde eine Katholischen Kirche notwendig. Sie stand dort bis in die 1960er Jahre hinein. Die dort heute noch ansässige Firma arbeitete zunächst im Lufttanklager und später dann an der Jahnstraße. So wurde z.B. 1957 ein Festzelt für das Königshaus Saud in Saudi Arabien hergestellt. (Foto aus dem Privatarchiv der Familie Linden, Franz Lux -1925 – 2001-). An dieser Stelle las Johanna Hespe ein paar Zeilen aus dem Song„Wind des Wandels“ von Klaus Meine vor.

Die große Gruppe der Spaziergängerinnen hielt dann an der 3. Station an der Halle 24 an. Diese Halle wurde wahrscheinlich von der Deutschen Wehrmacht im oder nach dem Krieg gebaut als Zementlager für den Ausbau des Lufttanklagers. Das LTL war abgeriegelt. Die Halle wurde nach dem Krieg an eine Firma als Kornspeicher verkauft. Nach einem weiteren Besitzerwechsel ca. 1966 war sie verpachtet als Halle für die Präsentation von Autos und Gebrauchtwagen.

Hier wurde an das Verwaltungsgebäude der Wehrmacht gedacht und an die Anfänge der Firma Holsing, die direkt nach dem Krieg zunächst im Lufttanklager arbeitete. Die Militärgrundstücke der Bundesvermögensverwaltung gingen bis in das Wiehengebirge hinein. Willi Holsing, (ca. 1923 – ca. 1997) arbeitete zunächst zusammen mit dem Tischler Fenkhaus im grossen grünen Gebäude am Anfang des LTL. Es wurde vor ein paar Jahren abgerissen. Er kaufte nach dem Krieg das grosse Verwaltungsgebäude dieses Tanklagers an der Ziegeleistr. 25 und baute auf verschiedenen Wiesengrundstücken gegenüber der heutigen Galerie Novalis einen grösseren Möbelhandel auf. Er kaufte weiteres Land bis zu Am Bodenbach. Auf das Wiesengrundstück am alten Verwaltungsgebäude baute er zuerst die Halle mit den Schaufenstern. Da war der Brink noch leer. Dann baute er dort ein Gebäude als Gaststätte mit Tankstelle und verpachtete es. Dann baute er (in den ?1970er Jahren) eine Tennishalle. Dort war um ca. 1975 der erste Supermarkt in PrO darin. Dann wurde diese Halle in den Wendejahren als Übergangsheim genutzt. Diese Aufzählung der Nutzungen ist nocht nicht vollständig! Passende Worte waren hier: aus „Seine Straßen“ (Xavier Naidoo) und Reinhard Elsel „Engel“

Die 4. Station war die Galerie Novalis, wo Johanna Hespe alte Fotos ihres Elternhauses zeigte.Von 1952 –1976 war hier die Möbelfabrik Gr.-Schweinefuß & Hespe tätig. Auch hier standen nach dem Zweiten Weltkrieg Wohnbaracken und Werksbaracken für Metallarbeiter, die das LTL im Namen der englischen Besatzungsmacht abbauten. Seit 1993 ist in einem Teil der gebäude die Galerie Novalis ansässig.

Das Flugzeugcafé DC6 wurde 1969 aufgestellt und eröffnet. Später kam ein Gebäude als Café dazu und ein Spielplatz mit Würstchenbude. Aus dem Café wurde das erste Restaurant Akropolis, das mit zweitem Pächter bis ca. 2003 bestand. Das Flugzeug wurde am 04. Nov. 2003 abgebaut (Foto). Es war an einen Apotheker aus Bad Laer für 1,- € verkauft worden und wurde dort wieder aufgebaut. Johanna Hespe las hier ein paar Zeilen aus „Nachtgedanken“ von Herman Hesse.

Ein kleines Gewinnspiel (eine von der GN gerahmte historische Aufnahme von PrO) schloss den Spaziergang ab. Alles, was nun nicht beim ersten Spaziergang erzählt werden konnte, soll sich dann in weiteren Spaziergängen (oder auch durch andere Straßen) anschließen. Vielleicht weiß jemand plötzlich auch eine Geschichte oder hat eine wichtige Erinnerung. Es sollen sich auch Menschen angesprochen fühlen, die bisher kaum in den großen Vereinen und Gremien Mitglied sind. Diese „Erzählwerkstatt“ soll ihre Arbeit bald aufnehmen.

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Alpha und Omega

Bemerkungen zur aktuellen Konstellation von Uranus, Neptun und Pluto von Johanna Hespe (c) 2014

2014 ist ein merkwürdiges Jahr. Viele Menschen fühlen das. Viele Menschen sind angespannt, erschöpft und existentiell verunsichert durch die vielen negativen und verwirrenden Meldungen, die uns alle täglich in der elektronischen Dauerberieselung erreichen. Wohl in jeder noch so kleinen Institution oder Firma wird umstrukturiert, gestrichen, gekürzt und technisch umgerüstet. Noch 1/3 dieses Jahres liegen vor uns. Ein Blick auf die Zeitqualität kann helfen, Antworten und Sinn zu finden und den persönlichen Kompass daran neu zu justieren. Was zeigt das „kosmische Navigationsgerät“ an?

Als Beispiel zwei Horoskope von Vollmonden 2014

Vollmond Ostern – 15. April 2014  - 09:45 Uhr - 8E30 52N17 -  Saturn 21° Skorpion  - Uranus 13° Widder  - Neptun 06° Fische - Pluto 13° Steinbock - Mondknoten 28° Waage

Vollmond – 10. August 2014 - 20:10 Uhr - 8E30 52N17 - Saturn 16° Skorpion Retrograd = rückläufig - Uranus 16° Widder - Neptun 06° Fische - Pluto 11° Steinbock R - Mondknoten 21° Waage R

Wir leben gerade in einer Zeit, in der sich das „Ende“ und der „Anfang“ (Alpha und Omega) astrologisch begegnen: Neptun im 12. Tierkreiszeichen Fische und Uranus im 01. Zeichen Widder bringen in unser aller Leben eine unglaublich anstrengende Mischung aus veränderlichem Wasser und kardinalem Feuer. Blitze und Wassermassen, Wasserdampf, Zerfalls- und Abbauprozesse, Gedankenlosigkeit und gleichzeitig feuriger, plötzlicher Umsturz und neue Erfindungen. Der Uroboros als die (geflügelte) Schlange der Mayas und Ägypter ist das Symbol der Zeit. („Allem Zukünftigen beisst das Vergangene in den Schwanz.“) Viele alte und uralte Ergebnisse und Prozesse kommen zur Zeit an die Oberfläche und werden wieder aufgerührt und aufgeführt. (Familiengeheimnisse, Begegnungen, andere Lebensfakten oder z.B. die Uranfässer im Asseschacht). Schnell tappt jeder in die Egofalle. Es hagelt Missverständnisse, Wortverdrehungen, Zerwürfnisse, dann Krankheiten, Unfälle, sogar Tode. Vieles sieht düster aus. Der Himmel und die Erde bewegen sich (?wie immer). Bestehende Werte und Gesetze scheinen ausgehebelt. Und auch die Demokratie scheint in Gefahr. (Die weltweite Zunahme rechtsradikal, fundamentalistisch und orthodox orientierter Gruppen und der erstarkende Terrorismus.) Muss das so sein? Welche Gegenmassnahmen kann ein Mensch ergreifen, um auch aus Erkenntnissen zu lernen und nicht nur aus Erfahrungen, sodass das Schicksal (Karma) zum Weg der Erkenntnis, des Dienstes und der Erlösung wird (Dharma)? Die Astrologische Psychologie (API) kann Hinweise geben, wie man mit den Widrigkeiten etwas gelassener umgehen kann und gleichzeitig die Kraft entwickelt, das Unabwendbare zu akzeptieren:

Es sind also seit ca. 2011 – 2024/25 im kollektiven Hintergrund vor allem drei Energien wirksam: Fische, Widder und Steinbock (siehe Tabelle) mit etwa alle 2,5 Jahre wechselnden Saturnenergien (z.Zt. in Skorpion) Saturn dient als „Türöffner“, „Grenzkontrolleur“ oder „Reifeprüfer“.

Der Fisch in einem flexiblen Medium trifft auf zwei feurige und erdige Huftiere mit kopfbetonten Hörnern. Das ist spannend! Zielgerichtete Willensenergien treffen auf in die Breite und Tiefe gehende wässrige Träume, Visionen, Illusionen, Lichtblicke ins Unendliche, Abgründe, Stimmungen und Ausweichmanöver. Wie gut, wenn man das weiss und im Alltag als solches bei sich und anderen erkennt! Dann dürfen sich Phasen des uranisch-widderhaften „Sturm und Drang“ und aufbrausender Unzufriedenheit mit dem Bestehenden abwechseln mit Phasen des fische-neptunischen Dösen, Nicht-Tun und Abtauchen vor den beruflichen und familiären Herausforderungen. Die Fischeenergie will einfach nur Da-Sein und eine Zeitlang nichts tun. Sie wird erst unruhig, wenn die Ressourcen schwinden (kein Futter). Da wir jedoch in einer Macher-Kultur leben und deren Werte von Kindesbeinen an verinnerlichen müssen („Was hast du gemacht?“), fallen uns das Sein, das Da-Sein, das liebende Betrachten und die bedingungslose Hingabe sehr, sehr schwer. („Was fühlst Du gerade?“). Das ist fast unmöglich für uns, weil wir uns dann als Verlierer, Versager und Ziellose fühlen. Das ist kein anzustrebender Lebensstil in weiten Teilen der Welt. Keine Freiheit innen und aussen...

Dieses „Alpha und Omega“ von Widder und Fische, das bis ca. 2018 besteht, wird sorgfältig beobachtet und geprüft von Pluto im Steinbock im Zeitraum von ca. 2008-2024/25. (Diese Phase fing schon mit dem Platzen der Finanzblase im Sept. 2008 an, als sich Pluto am Ende des Schützezeichens befand, Uranus in Fische und Neptun in Wassermann. Siehe die unten stehende Tabelle mit dem Zusammenspiel der vier Planeten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto.)

Ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist. Der dritte Pol, eine übergeordnete Sichtweise, die die entgegengesetzten Pole des Problems in der Zusammenschau überblickt, ist anzustreben. Das ist anstrengend und muss eingeübt werden, verhindert aber überstürzte Fehlentscheidungen („Ich kann so nicht mehr!“, „Ich lasse mich scheiden!“. „Ich kündige!“ usw.) Das zunehmende und unheimliche Chaos und die Verwirrung (Neptun in Fische) zwingt uns in eine uns fremde Innenwelt, in die Gärten der Seele und in Seelenreisen hinein. Aus diesem Unbekannten kann blitzartig Neues ans Licht des Tages befördert werden, wenn Uranus in Widder in Aktion tritt. Plötzlich springen wir auf: „Ich hab´s!“ Und der Pluto im ehrwürdigen Steinbock ist wie ein Kelch, der in der kontemplativen Stille zur inneren Leere führt, in die das Pneuma (der Geist Gottes) eintritt - wann Es will. Es ist alles sowieso nur eine Illusion! Die Puppenspieler (die Kräfte der Materie und des Marktes) spielen mit ihren Marionetten (die uns regierenden Gruppen). „Vollständige Erklärungen über die Leerheit setzen einen Schüler mit den entsprechenden Eigenschaften voraus. Er muss einerseits ein sehr tiefes Vertrauen auf die Unterweisungen des Buddha haben. Andererseits einen ganz besonderen Wunsch, die Leerheit zu verstehen und erkennen zu können. Ausserdem sind vorhergegangene sehr ausführliche Studien und Beschäftigungen mit der abhängigen Existenz der Dinge, mit dem Gesetz des abhängigen Daseins nötig. Wenn ein Schüler diese Voraussetzungen erfüllt, können die vollständigen Erklärungen über die letztliche

Wahrheit gegeben werden.“ (Geshe Rabten, „Das Große Siegel“, S.19) Das sind ziemliche Herausforderungen. So eine kosmisch günstige Gelegenheit zur Weiterentwicklung der Schöpfung und der tiefgreifenden individuellen Transformation (zum Besseren) kommt jedoch so schnell nicht wieder!

Das Gesetz der Oktaven

In diesem Text wird postuliert, dass das Leben ein einziger unendlicher und nicht zu begreifender mystischer Schwingungszusammenhang ist. Alles ist Schwingung. Alles ist Klang und Musik. Manchmal ein Missklang. Der Kammerton a schwingt in 440 Hertz. Eine Oktave höher sind es 880 Hz usw. Ein Saiteninstrument wird durch das Einstellen der Wirbel in die richtige klangliche Spannung versetzt und die Oktaven werden als Grundlage aller weiteren Intervalle sauber eingestimmt. So auch der Mensch als Instrument der Schöpfung: Die feinstoffichen Chakra-Wirbel werden durch willentliche, absichtsvolle Einstimmung und Eutonie (Anspannung) in relativer Ordnung gehalten, um lebenstüchtig und gesund zu bleiben. Dann klingt die Lebensmelodie sauber und hat eine Resonanz in anderen Menschen und in der Umwelt. Wir sollten also alle Yoga praktizieren, unsere Gedanken erkennen und unsere Werte und unseren Körper nach innen ausrichten. Denn diese Welt vergeht sowieso und wir mit ihr.

Was sollte jede/r tun? Die aktuellen kosmischen Themen sind:

Uranus in Widder: Uranus ist die höhere Oktave des Saturn. Der Körper in einer Yogapraxis. Widder = Sofort damit anfangen!

Neptun in Fische: Neptun ist die höhere Oktave des Mondes. Die nicht besitzergreifende Liebe. Fische = Sich zurückziehen und loslassen! Nichts erwarten und sich dem Numinosen hingeben. (Mantra, Gebet)

Pluto im Steinbock: Pluto ist die höhere Oktave der Sonne. Das höhere Selbst. Der Sonnenengel. Steinbock = Zielgerichtet, konzentriert und langsam fortschreiten. Achtsamkeit üben. Die himmlische Musik hören. Nach Einweihung und Begegnung mit der eigenen Seele streben. Alles nur „Rezepte“? Wir ändern unser Verhalten nur, wenn der Leidensdruck gross genug ist. Oder von einer Inkarnation zur nächsten. Die heutige Zeit mit dieser gewaltigen Konstellation ist jedoch wie schon gesagt eine goldene Gelegenheit, um das persönliche kosmische Schuldenkonto durch Meditation und Dienst in der Welt weiter abzuarbeiten und zu bereinigen. Und Pluto weist uns gleichzeitig den Weg zum inneren Meister. Dort begegnen wir auch den Engeln.

Johanna Hespe, „Schöpfer“, Öl auf Leinwand 2014

Wer astrologisches Interesse hat, kann hier noch weiterlesen:Von den langsamlaufenden Planeten heisst es, sie prägten das momentane Zeitalter in besonderer Weise. Allen voran kann man mit dem Pluto (er wurde 2006 zu dem Kleinplaneten Nr.134340 heruntergstuft und in die Klasse der Plutoiden und Plutinos eingereiht) sehr gut den gesellschaftlichen Hintergrund beschreiben, vor dem sich die weltweiten Entwicklungen abspielen. Mein Lehrer Bruno Huber (1930-1999, API Institut Bruno und Louise Huber) sagte, Pluto schreibe Geschichte. Er benötigt etwa 248 Jahre für einen Sonnenumlauf. Also stand er z.B. 1766 im Zeichen Steinbock. Zur Zeit der Französichen Revolution 23 Jahre später stand er dann in Wassermann. Natürlich wiederholt sich die Geschichte nicht einfach so. Heute herrschen ganz andere systemische Rahmenbedingungen. Und die Menschheit ist auf ca. 7,2 Milliarden angewachsen.

Pluto stand und steht aus astrologischer Sicht in folgenden Zeichen: Pluto im Skorpion (1983/84 – 1995, fixes Wasser) - Gesellschaftliche und ökonomische Liberalisierung, das Geld mit Geld vermehren, Geldwirtschaft, zunehmende weltweite Spaltung der Gesellschaft in Arme und Superreiche usw. Pluto im Schützen (1995 – 2008, veränderliches Feuer) - Intensivierung der (auch ideologischen) Prozesse, Globalisierung, Glaube an Grenzenlosigkeit, Entdeckung der ersten Exoplaneten usw. Pluto im Steinbock (2008 – 2024 / 25, kardinale Erde) - Verlangsamung der überhitzten Prozesse, neuer Realismus, Restauration, Krise der Demokratie, Transformation (Gestaltwandlung) der weltlichen Macht und Ordnung, Gestaltwandlung der Selbst-Beherrschung, Diktatoren, Krise und Transformation der Herrschaft, die sich bewegende Erde, die Knochen usw.

Vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer aus Stein in friedlicher Weise. Panzer standen schon bereit. (Seit dem 20. September 1982 hatten Christian Führer und später auch Christoph Wonneberger in der Leipziger Nicolaikirche Friedensgebete im Rahmen der Friedensdekade der evangelischen Jugendpfarrämter in Ost- und Westdeutschland 1980-1990 organisiert. Daraus wurden ab dem Frühjahr 1989 die Leipziger Montagsdemos. Sie sind der Schlüssel zur friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands.) Es wird zu Recht immer wieder gefragt, ob jedoch eine Mauer aus Gedanken, Urteilen, Vorurteilen und Gefühlen immer noch in unseren Köpfen und Herzen besteht. Leben wir heute -25 Jahre später- wieder in „historischen Zeiten“, diesmal weltweit? Wie können wir so viele eng getaktete Änderungen in so vielen Lebensbereichen verkraften und überhaupt verarbeiten? Damals wurde gebetet. Warum nicht auch heute? Die zeitlose Weisheit hat viele gute Texte, die wir rezitieren können. Die Engel hören unser Herz und warten auf unsere Antwort. Die Tür zur transformierten (neuen) Ordnung ist schon in Sichtweite!

Die Große Invokation

Aus dem Quell des Lichts im Denken Gottes
ströme Licht herab ins Menschendenken.
Es werde Licht auf Erden.

Aus dem Quell der Liebe im Herzen Gottes
ströme Liebe aus in alle Menschenherzen.
Möge Christus wiederkommen auf Erden.

Aus dem Zentrum, das den Willen Gottes kennt,
lenke plan-beseelte Kraft die kleinen Menschenwillen
zu dem Ziele, dem die Meister wissend dienen.

Durch das Zentrum, das wir Menschheit nennen,
entfalte sich der Plan der Liebe und des Lichtes
und siegle zu die Tür zum Übel.

Lass Licht und Liebe und Kraft
den Plan auf Erden wieder herstellen.

Appendix: Eine Zusammenfassung aus „Die Tierkreiszeichen“ von Louise Huber:

Fische: 19. Februar – 21. März - 12. Zeichen des Zodiak – veränderliches Wasser – Existenzachse (Gegenüberstellung von geistiger und körperlicher Existenz in Jungfrau) - Exoterischer Herrscher Jupiter und Neptun - Esoterischer Herrscher Pluto - Saatgedanke: „Ich verlasse des Vaters Haus und indem ich zurückkehre, erlöse ich.“

Widder: 21. März – 21. April - 01. Zeichen des Zodiak – kardinales Feuer - Begegnungsachse (Gegenüberstellung vom Ich zum Du in Waage) Exoterischer Herrscher Mars - Esoterischer Herrscher Merkur - Saatgedanke: „Ich trete hervor, und von der Ebene des Denkens aus herrsche ich.“

Steinbock: 22. Dezember – 20. Januar  - 10. Zeichen des Zodiak - kardinale Erde - Indiviualachse (Gegenüberstellung des Individuums zum Kollektiv im Krebs) - Exoterischer Herrscher Saturn - Esoterischer Herrscher Saturn - Saatgedanke: „Versunken bin ich in überirdischem Licht, doch diesem Licht wende ich den Rücken zu.“

Übersicht über die besprochenen Planeten:

Pluto im Steinbock

2008 – 2009 – 2010 – 2011 – 2012 – 2013 – 2014 – 2015 – 2016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020 – 2021 – 2022 – 2023 – 2024

                                    Neptun in Fische

                                    2011 – 2012 – 2013 – 2014 – 2015 – 2016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020 – 2021 – 2022 – 2023 – 2024 – 2025 – 2026

                                     Uranus in Widder                                                    Uranus in Stier

                                    2011 – 2012 – 2013 – 2014 – 2015 – 2016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020 – 2021 – 2022 – 2023 – 2024 –  2025 – 2026

Saturn in

Jungfrau         Waage           Skorpion                    Schütze                       Steinbock                  Wassermann            Fische

2008 – 2009 – 2010 – 2011 – 2012 – 2013 – 2014 – 2015 – 2016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020 – 2021 – 2022 – 2023 – 2024

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Lichtzeichen in Preußisch Oldendorf   (c) Text von Johanna Hespe

Dieses Foto machte ich am 31. Januar 2015 um 11:44 Uhr in Preußisch Oldendorf. Auf ihm ist ein Lichtzeichen zu sehen. Es gibt weltweit solche Fotos, auf denen diese Zeichen auftauchen, zum Beispiel auf Hausfassaden. Welchen Ursprung haben sie? Was bedeuten sie?

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Geh Denken II in Preußisch Oldendorf

Gehen und Denken in Preußisch Oldendorf - Do, 04. Juni 2015 - Zweiter historisch-kultureller Spaziergang, dieses Mal über die Spiegelstraße bis zur Bremer Straße, zum Kirchplatz und ins Bürgerhaus

(c) Text von Johanna Hespe

Foto: (c) C. Mueller - Mit freundlicher Genehmigung vom Westfalen-Blatt

 

v.l.n.r.: Helmut Recker, Hannelore Gr.-Schweinefuß, Rita Tscherpel, Johanna Hespe, Dieter Besserer (im Stadtarchiv - März 2015)

Der Geschichtskreis Preußisch Oldendorf hatte am Fronleichnamstag am 04. Juni zum zweiten kulturell-historischen Spaziergang eingeladen. Dieses Mal führte der Weg über die Spiegelstraße bis zur Bremer Straße, zum Kirchplatz und dann ins Stadtarchiv. Etwa 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Alters waren gekommen, um sich über bedenkenswerte Hausstätten zu informieren und um Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vor 70 Jahren mit anderen zu teilen.

Grußworte Stadt Preußisch Oldendorf überbrachte Marlies Bormann, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. Sie sagte in ihren empathischen Worten u.a., dass sie sich auf diesen interessanten Nachmittag freue. Noch am Vormittag habe sie anläßlich ihres Besuches eines 90. Geburtstages von der Flucht und dem persönlich erlebten Schrecken des Krieges gehört. Obwohl wir das nicht täglich vor Augen haben, sei dieses Thema höchst aktuell. Auch zu uns kämen Flüchtlinge, die hier wieder Schutz suchten, weil sie in ihrem Land verfolgt und bedroht würden. Angesichts der historisch belegten Schrecken und Unmenschlichkeiten könne es deshalb für uns nur heißen: „Nie wieder Krieg!“.

Johanna Hespe und Rita Tscherpel haben ein ähnliches Konzept verfolgt, wie beim Spaziergang über die Jahnstraße im Mai 2014: Historische Fakten kombiniert mit Kunst und Kultur, um dadurch Empathie und Energie im Besucher freizusetzen (Katharsis). Auch dieses Mal ging ihr Konzept voll und ganz auf. Die Sachebene repräsentierte der bekannte Stadtgeschichtsforscher Dieter Besserer. Er referierte vor 5 verschiedenen Gebäuden zu deren Geschichte – wie sie auch in seinem jüngst veröffentlichten Werk „Jüdisches Leben in der Stadt Preußisch Oldendorf“ beschrieben steht. Auch hatte die Gruppe schon vor Monaten das eine oder andere Dokument zum Kriegsende in Preußisch Oldendorf im Stadtarchiv Preußisch Oldendorf „ausgegraben“ und nach Augenzeugenberichten gesucht und sich durch persönliche Befragungen noch lebender Zeitzeugen und Zeitzeuginnen immer weiter in das Thema eingearbeitet.

Dieter Besserer berichtete über: Das Haus Nr. 52, heute Spiegelkstraße 14: Hier war ab 1860 der erste Wohnsitz der Familie Abraham und Simon Ehrlich, der hier neben dem Handel auch einen Lumpen - und Alteisenhandel betrieb. Später wurde das Haus an die Familie Pottkamp verkauft. Das Haus Nr. 44, heute Spiegelstraße Nr. 12, ist ein altes Oldendorfer Bürgerhaus. Es wurde 1832 von Levi Abraham Löwenstein für seinen Sohn Wolf Löwenstein gekauft, der hier als Kaufmann und Trödler ansässig wurde. Seine Tochter Lina Löwenstein heiratete Karl Bender Kohlmann. Lina Löwenstein starb verarmt 1932. Nachkommen aus der der Familie ihres Bruders Julius Löwenstein überlebten die Naziherrschaft, was fast ein Wunder war. Zu ihnen zählt der frühere Osnabrücker Stadtdirektor Prof. Dr. Raimund Wimmer, dessen Mutter eine geborene Löwenstein war. 1942/43 sahen Bewohner sahen dieses Hauses auch, wie Trupps russischer Kriegs - Gefangener vom Lufttanklager unter Bewachung zum Friedhof marschierten, wenn wieder einer von ihnen fast verhungert und in einer einfachen Kiste begraben wurde. An dieser Straße wurden die Russen von namhaften Oldendorfer Einwohnern auch als „Untermenschen“ beschimpft. Das Haus Nr. 8, heute Bremer Straße Nr. 1: Es handelt sich um eine der ältesten Oldendorfer Bürgerstätten mit dem früheren Namen Vogel. Hier wohnte ab etwa 1883 auch der jüdische Schlachter Simon Ehrlich. Seinem Vater Abraham Ehrlich, ab etwa 1780 als Knecht in Oldendorf wohnend, gelang der soziale Aufstieg nach der 1808 erfolgten Gleich-stellung der Juden mit den christlichen Einwohnern in eine selbständige Existenz. Diese jüdische Familie lebte in Nachbarschaft zum evangelisch lutherischen Pfarrer und der Kirche. Das Georg Ehrlich am 1.5.1933 auf dem Kriegerdenkmal zur Einweihung der Adolf-Hitler-Eiche anwesend war, ist nicht anzu-nehmen. Er konnte jedoch in der Zeitung lesen, dass einer der beiden Pfarrer, der dem Nationalsozialismus nahe stand, dort diese Eiche mit den Worten weihte: „Adolf-Hitler-Eiche soll diese Eiche hier heißen, sie soll den Namen des Kämpfers tragen, den uns Gott geschenkt hat.“ 1938 verzog die Familie Georg Ehrlich nach Frille und das Haus Nr. 8 wurde „arisiert“. Das Haus Nr. 23, heute Bremer Straße 2: Dieses Haus, die Hagedornsche Stätte, wurde 1817 von Jacob Levi Cahen für seinen Sohn Heinemann Cahen gekauft. Dieser richtete hier eine Färberei und ein, da das Haus am Oldendorfer Mühlenbach lag. Die Nach-kommen konzentrierten sich auf den Textilhandel und alte Oldendorfer Einwohner können sich noch an das Modegeschäft Wilhelm Cahen erinnern. Letzte Besitzerin war die Witwe Sophie Cahen. Der Schwiegersohn mit Tochter Erich Dalberg wanderte 1934 nach Palästina aus und entkam somit dem nazistischen Terror. Der Witwe Sophie Cahen gelang dies nicht und sie zog nach Wiesbaden zu ihrer Tochter. Dort beging sie 1940 Selbstmord. Ihr Grabstein dort ist noch erhalten. Haus Nr. 45, heute Kirchstraße Nr. 2. Dieses Haus gehörte zur Kirchplatzbebauung und war vor der lutherischen Reformation ein Speicher. Es ist das Haus mit der ältesten jüdischen Geschichte. Der erste in Oldendorf nachgewiesene jüdische Einwohner Gerson Joel wohnte 1699 hier. Auch seine Nachkommen wohnten hier. Bei dem großen Stadtbrand von 1752 wurde auch ihr Haus ein Raub der Flammen. Es wurde von Levi Heinemann wieder neu aufgebaut und zwar so, dass der Fußtritt des Hauses schon den Kirchplatz berührte. Sein Sohn Jacob Levi Cahen war sehr bekannt und genoss hohes Ansehen in Oldendorf. Er war einer der Gründer der neuen Synagoge von 1793. Die Familie Meyer/Tegtmeyer kaufte das Haus 1903 von den Nachkommen und besitzt es heute noch.

Für die kulturelle Ebene hatten die beiden Unermüdlichen Johanna Hespe und Rita Tscherpel wiederum ein Feuerwerk an Ideen gehabt, denn deren beider Herkunftsfamilien lieferten Stoff zum Thema Kriegsende. So flossen z.B. Texte aus dem Kriegstagebuch von Josef Tscherpel aus seiner französischen Kriegsgefangenschaft mit ein. Fünf allegorische Figuren (alle sparsam, aber signifikant ausgestattet) stellten Inhalte dar, die sich aus den Ausweglosigkeiten des Lebens in einem Krieg für alle Menschen immer wieder ergeben: Die Kreuzträgerin (Johanna Hespe trug ihr Kunstwerk „Karfreitag“ aus dem Jahr 2000 auf dem Rücken.). Die Frau Allerwelt (Rita Tscherpel und Ursula Braun putzten den Schmutz der Vergangenheit weg.) Der Kriegsgefangene (Harald Hensel zitierte mit stockender Stimme aus dem Tagebuch seines Schwiegervaters.) Der Soldat (Harald Hensel trug die Mütze von Ernst Hespe.) Das Gewissen (Lukas Tscherpel erzeugte in seiner schwarzen Kutte und mit dem weiß geschminkten Gesicht ein Schaudern. Er erinnerte durch hochgehaltene Zettel an Themen wie: -Für Werte eintreten -Versöhnung durch Wahrheit -Erinnerungskultur -Zusammenbruch oder Befreiung -Neid -Gleichschritt -Überwachung -Denunziation -Ohnmacht -Chaos -Total Fatal -Fortschritt)

   

Johanna Hespe hatte alles in eine Veranstaltungsform gebracht. Durch ihren Schwerpunkt auf der Musik aus verschiedenen Jahrhunderten erhielt alles eine versöhnliche und menschliche Note. Sie kombinierte zum einen in ihrem eigenen ausdrucksstarken Blockflötenspiel klassische Themen und osteuropäische Melodien. Das war trotz des Verkehrs gut zu hören! Die Zukunft war durch die jugendlichen Musikschüler Michelle Skalitz, Verena Kipp und Maxim Mhkoyan vertreten. Sie unterstützten die Blockflötenmusik teilweise mit dem Gong und der Ocean Drum, sangen aber auch selbst und begleiteten die Gruppe ins Bürgerhaus, wo Rita Tscherpel und Helmut Recker in einer Power Point Präsentation das auf der Straße angesprochene vertieften und zum Austausch anregten. Am Schluß erklang Mozarts Andante C-Dur.

Der Erzählkreis: Nach der Veranstaltung im Jahr 2014 bildete sich ein offenes Angebot für Interessierte, die jeden ersten Donnerstag im Monat um 18:15 Uhr im und mit Bewohnern des Vitalis Wohnpark (Jahnstr. 3, 2. Stock) zu einem Erzählkreis einladen. Die Teilnahme ist für alle offen und kostenfrei. Manchmal werden alte Foto`s aus dem Arvhiv gezeigt, dann wieder ergibt sich das Thema durch aktuelle Ereignisse, wie dem Blasheimer Markt, die dann im Vergleich mit früheren Erinnerungen ergänzt werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

 

Ein Kommentar von C.B. aus Pennsylvania, USA vom 02. August 2015 per Mail: „I enjoyed reading your article on the WW II commemoration walk. I did a translation through Google. It was a little ´rough around the edges´, but I got the gist of it and was very impressed with your effort and that of your group. It must have been a lot of work. It was well received, however, and you all must be very gratified by the response. I don't think you give yourself enough credit for doing things like this. It's very commendable.

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SOS – Mario singt nicht mehr!

Erfahrungen mit dem (u.a. digitalen) Wertewandel in der Kulturpädagogik  (c) Johanna Hespe 2015

Mario nannte ich die Amsel, die dieses Jahr so wunderschön in meinem Garten sang. Er hörte jetzt auf zu singen, so wie sein biologisches Programm es ihm vorgibt. Was wird in ein paar Jahren aus den Musik- und Kunstschulen werden? Welchen vorgegebenen Programmen müssen sie sich in Zukunft immer weiter anpassen, bis sie zur Unkenntlichkeit zurückreformiert und zusammengespart sind? Was wird aus den Berufsmusikerinnen und Berufsinstrumentalpädagoginnen? Wie wird die Orchesterlandschaft aussehen?

Im Rückblick meiner nun fast vier Jahrzehnte dauernden Unterrichtstätigkeit hatte jedes Jahrzehnt seinen eigenen Charakter. Das Bild des liberalen Individuums („Tu, was du willst“) der 1980er und 1990er Jahre musste im Unterricht reflektiert und der Sache (Musik und Kunst) gemäss modifiziert werden. (In einem Musikensemble kann z.B. nicht jeder machen, was er will, ausser in anspruchsvoller „freier Improvisation“.) Die Vermittlung von Musik und Kunst war niemals „einfach“. Musik und Pädagogik mit Musik sollten den jungen Menschen einen humanen Zugang zu ihrer Innenwelt ermöglichen und das Gleichgewicht aus Körper, Seele und Geist stabilisieren, damit „vernünftige“ Adoleszente in die Gesellschaft hineinwuchsen.

Seit der Jahrtausendwende ging es dann gesellschaftspolitisch Schlag auf Schlag: 2002 wurde der Euro eingeführt. 2003-2005 veränderten die Hartz I – Hartz IV Reformen den Arbeitsmarkt. Jetzt steht TTIP vor der Tür mit unabsehbaren Folgen für uns alle – also die „Normalos“. Viele Familien leben heute in prekären Verhältnissen.

Ich empfand in all diesen Jahren jedoch einen gesellschaftlichen Motor, ein Interesse der Eltern, der Großeltern und (indirekt, nicht im Austausch auf Augenhöhe!) auch der Erzieherinnen der Kitas und der Lehrkräfte der allgemeinbildenden Schulen an den Musik- und später auch Kunstschulen und ihren Angeboten. Auch noch bis zur Jahrtausendwende. Diese Einrichtungen waren bewusst im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre zu friedensbildenden Zwecken gegründet worden als kostenpflichtiges Freizeitangebot und zur Entwicklung der emotionalen Intelligenz und Stabilisierung der Persönlichkeit (Selbstwirksamkeit) zunächst in Kindern- und Jugendlichen, in späteren Reformen ab etwa der 1970er Jahre zunehmend auch für Erwachsene wie ähnlich an den Volkshochschulen.

Ich bin nun 59 Jahre alt und verdiene meinen Lebensunterhalt seit 38 Jahren als Instrumentalpädagogin sowohl in einer mittleren Großstadt als auch in einer kleinen Kommune in der Provinz in Nordrhein-Westfalen - 15 Jahre davon zusätzlich als Kunstpädagogin. Die kleinstädtische, eingemeindete Kommune, in der ich lebe und arbeite, erwartet aktuellen Prognosen zufolge einen Rückgang der Bevölkerung um ca. 10 Prozent.

Durch mein angeblich „dafür geeignetes Instrument“ wurde von mir von Anfang an erwartet, Kinder und Jugendliche auch in Gruppen zu unterrichten. Sowohl der öffentliche als auch der als Verein organisierte Arbeitgeber wollte und will überall in Deutschland dadurch mehr Unterrichtsgebühren einnehmen und Personalkosten einsparen. Ich musste mich also schon immer a) anpassen b) „Breitband“ arbeiten (Kunst und Kultur für alle…) und c) mich fortbilden, um besser mit der sozialen Dynamik in Gruppen umgehen zu können, damit ich musikimmanente Ziele (wie Aufführungen) überhaupt erreichen konnte. Einen wirklichen Umbruch gab es für mich dann 2008. (Es gab in dem Jahr ja auch im September die Finanzkrise, von der noch heute geschrieben wird und deren andauernde Wirkungen Tatsachen sind.)

Ich musste also diese Großgruppenarbeit tun! Es musste gelingen! Ich sollte und wollte deshalb nicht erkranken! Kann mensch sich vorstellen, um 13:45 Uhr unmotivierte, weil müde Grundschüler der zweiten Jahrgangsstufe in ein Musikinstrument einzuweisen? Was muss in diesen Stunden geschehen und wie muss es geschehen, damit sie den Kindern Spaß machen? Die dafür erforderliche Kreativität wird nicht anerkannt. Dasgleiche an weiterführenden Schulen. Schülerinnen und Schüler im Alter von 10-12 Jahren in der Vorpubertät. Wieder eine frühe Zeit: 13:30 Uhr. Alle wollen eigentlich „chillen“. Egal. Die heranwachsenden Menschen werden systematisch dazu konditioniert, ihren Entspannungspunkt zu ignorieren und einfach immer weiter zu machen. Das ist hochgradig ungesund und unkreativ! Die verantwortlichen Politiker auf lokaler, Landes- und Bundesebene interessiert diese eher sensitive Thematik nicht. Hauptsache machen!

Im Jahr 1990 wurde der Begriff „Emotionale Intelligenz“ von den Professoren John D. Mayer und Peter Salovey eingeführt, um die Fähigkeit zur Gefühlswahrnehmung, -einordnung und -beeinflussung zu beschreiben und zu messen. 1992 brachte IBM mit dem Gerät Simon das erste Smartphone auf den Markt. Ab ca. 2007 wurden diese Geräte massentauglich. Dann kamen die Tablets. Jungen wollen „Robotic“ studieren. Zitat: „Die ´toxische´ Mischung der Medien besteht darin, dass das Gehirn einerseits in seiner Neugier nach attraktiven sensorischen und emotionalen Reizen im Überfluss bedient wird, andererseits jedoch durch die virtuellen Welten der Bezug zur realen Umwelt verloren geht. Somit können sich gerade die sozioemotionalen Regionen des Gehirns in eine defizitäre, für das reale Leben ´unbrauchbare´ Richtung entwickeln.“ (Anna Kath. Braun: „Früh übt sich, wer ein Meister werden will – Neurologie des kindlichen Lernens“, S.31)

Ich erlebe zur Zeit die wirklichen Konsequenzen der damals beginnenden Umsetzung der diversen Bildungsreformen – in NRW und anderswo: flächendeckender Ausbau der Ganztagsbetreuung an Kindertagesstätten, Familienzentren, Grundschulen und weiterführenden Schulen. Dann die Reformen für neue Schulformen wie Sekundarschulen und jetzt gerade die Intregration von Menschen mit Unterstützungsbedarf in den Unterricht der allgemeinbildenden Schulen. In etwa 15 Jahren waren das wirklich (zu) viele Reformen! Denn seit der Hartz Reformen sollen Frauen verstärkt in den Arbeitsprozess gehen. Häusliche Arbeit und Erziehungstätigkeit von Frauen für ihre Familie gilt nicht als wertvolle Arbeit, wird nicht gesellschaftlich geachtet und wird auch nicht rentenversicherungspflichtig vergütet. Wohin also mit den Kindern und Jugendlichen? Und in anderen europäischen und aussereuropäischen Ländern klappt angeblich alles reibungslos!? Eigene Erfahrungen, Kritik und Bedenken werden vom Mainstream weggewischt. Das merkt mensch schon in der Familie. Dieses Thema ist brisant! Mensch überlegt sich besser, davon anzufangen…natürlich fühlen sich Eltern, insbesondere Mütter schnell angegriffen, wenn mensch sie nach der wirklichen Motivation ihrer Zeittaktung für das Wohl ihrer Kinder fragt. Vieles davon ist vielen auch einfach nicht bewusst und das Nachdenken darüber zu anstrengend. Mensch folgt lieber den Vorgaben der Gesetzgebung und der Medien.

Mein Eindruck ist, dass jetzt meine überaus wertvolle Berufsgruppe (die der Instrumental- und Kunst / Kulturpädagogen) schleichend abgeschafft wird. Es existieren in Instrumentalfächern keine Wartelisten mehr. Es gibt Leerstände in den Stundenplänen. Lehrkräfte müssen zwei oder sogar dreimal am Nachmittag den Unterrichtsort wechseln. Von den Betroffenen wird „Flexiblität“ erwartet und das freudige Begrüßen aller Veränderungsprozesse, seien sie auch noch so kontraproduktiv. „Im Gegenteil haben sich beinahe alle Veränderungen und Anpassungen an die Erfordernisse der Zeit im Nachhinein als Vorteil für die (Musik-)Schule und somit als Vorteil für alle Mitarbeiter erwiesen.“ - so heißt es z.B. in einem Protokoll einer Schule vom Mai 2015. Das ist ein Witz. Ich persönlich fühle mich ausgelaugt, ermüdet, unverstanden. Na klar – in dem Alter?

Auch seitens der Musikhochschulen und Musikschulverbände wird meiner Meinung nach nur die lächelnde Fassade aufrecht erhalten, dass alle Reformen positiv verlaufen und der Beruf gewinnt durch die komplizierten Strukturen, die von Kitas und Schulen vorgegeben werden. Was ich wirklich im Unterrichtsalltag erlebe interessiert nicht. Ich erlebe zur Zeit (also seit ein paar Jahren zunehmend) in meinem Bereich (also mittlere Großstadt und Provinz in NRW): Sehr viele sehr dünne, müde, energiearme und irgendwie „verstimmte“ Schülerinnen und Schüler, besonders jene im Grundschulalter. (Haben sie einen Vitamin- und Minaralstoffmangel?) Sie sind traurig und manche sind bockig wie noch in der Trotzphase der 3-5-Jährigen. Mütter schließen mit ihnen „Abmachungen“. Ich höre Geschichten aus den Computerspielen (Wer ist Carmelita Fox?), von Terminen bei der Logopädin und regelmässigen Auszeiten durch Krankheiten – viele Brüche.

12-Jährigen zeigen ihr Smartphone, spielen mir Lieder darauf vor. Wer sein Instrument schon besser spielen kann, lernt einige „Tricks“ mit Youtube Tutorials. Alle sollen natürlich die Stunde Instrumentalunterricht besser gelaunt und entspannter verlassen, als sie sie begonnen haben! Aber die Eltern und Erziehungsberechtigten nehmen sich kaum Zeit für Gespräche mit mir. Auch sie blicken auf ihr Smartphone. Ich suche bewusst das Gespräch, erkläre meinen Standpunkt.

Das Kind soll funktionieren. Wenn es das nicht kann, sind die Eltern schnell gereizt. Der Unterricht wird einfach beendet mit dem Tenor „Er oder sie übt nicht.“ Oder jemand sagt „Vielleicht hat er oder sie wirklich keine Lust dazu?“. Zu viele Menschen (Eltern) in dieser Generation möchte sich anscheinend nicht diskursiv mit dem Thema „Kindesentwicklung“ auseinandersetzen. Die „Graue Gehirnsubstanz“ wird halt auch durch die feinmotorische Aktivität bei Computerspielen angeregt. Und die Industrie hat immer die bessere Studie dazu!

Alles und jeder muss die zu enge Tages- und Jahrestaktung von Anfang an mittragen. Die, die länger im Instrumentalunterricht bleiben, denken mit. Viele, die anfangen und bald nach 1-2 Jahren wieder aufhören, gehen mit der Mode, Musikfestivals, Charts, Internet. Das war schon immer so – nur kommt jetzt immer wenger nach. Der Zeitgeist der heutigen Eltern im Alter zwischen 25 – 40 Jahren setzt andere Prioritäten, hat andere Idole (weniger Ideale). Frauen gehen Tanzen. Ein Instrument zu erlernen wird nicht selbstverständlich innerhalb der Familie vererbt. „Wenn sie es nicht will, braucht sie es nicht.“ „Bewegung ist wichtig.“ Und der Kosmos geistiger, seelischer und emotionaler Bewegung und Selbsterfahrung beim Musik-Einüben und Musik-Teilen? Das scheint zur Zeit nur idealistisch zu sein!

Die Gehirnforscher beschreiben eine Bruchlinie um das Jahr 1969. Seit dieser Zeit soll der nach 1969 geborene Mensch sein Gehirn anders benutzen. Die seit dieser Zeit ständig angewachsene Reizüberflutung läßt Gehirnareale verkümmern, die bei den vor 1969 Geborenen noch genutzt werden. Falls das stimmt, wird sich unsere gesamte Kultur verändern. Und jeder Mensch kann erkennen, dass sie das bereits beschleunigt tut! Sinnliche Abstumpfung ist das wirkliche Thema. Wie steht es um die Intuition eines eher abgestumpften Menschen?

Ich möchte abschliessend noch dieses lange Zitat einfügen. Der geneigte Leser braucht nur statt an Theater an Musikschulen und anderen Kultureinrichtungen zu denken, wenn er oder sie das liest. „Aber es hat nicht nur mit der bunten Geschichte der deutschen Kulturnation, sondern auch mit dem Nachrücken jüngerer Generationen zu tun, dass es heute unter vielen mittelalten Großstadtbewohnern zum intellektuellen schick gehört, sich mit der eigenen Verachtung für Schauspiel und Oper zu brüsten: Unter sonst durchaus kulturbegeisterten jüngeren Bildungsbürgern gibt es einen Mut zum bekennerischen Theaterbanausentum, den auch Ulrich Khuon bemerkt: ´Die Theater müssen in der Gesellschaft eine emotionale und eine intellektuelle Wende hinkriegen´, sagt er. `Für mich ist das die Schlacht um die Zukunft, die wir Theaterleute gewinnen müssen.´ In Mecklenburg-Vorpommern formuliert es Sewan Latchinian (Intendant des Rostocker Volkstheaters) so: ´Wir sind an einem Punkt, wo es nur noch um Zerstörung geht. Um es pathetisch zu sagen: Das Stadttheater mit seinem Ensemble- und Repertoirsystem ist ein Angebot für ein humanistisches Miteinenander, ein Angebot an die Welt und an die Menschheit.´“ (S. 110 ff.) Wolfgang Höbel, „Angstblüte“ in DER SPIEGEL 29/2015 :

Glauben Sie, lieber Leser, liebe Leserin an diese „Wende“? „Er (Latchinian) sei generell dagegen, an Kulturangeboten zu sparen. In Deutschland würden sowieso nicht mehr als 0,8 Prozent der öffentlichen Gelder für Kultur ausgegeben. ´Wer diese Gelder einbehält, wird damit weder die Landes- noch die Kommunalfinanzen sanieren. Und er vergisst: Kultur rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus.“ (S. 109)Warum wird überall die kontinuierliche Finanzierung zurückgefahren? Warum wird der Gemeinschaftsgedanke bewußt aufgegeben?

Wir sind zur Zeit und insbesondere ab dem Jahr 2000 unserer Zeitrechnung gestylte und durchgetaktete Weltmeister des Konsumierens! Gleichzeitig ist die Erschöpfungsdepression* - zynisch gesprochen - nun endlich auch bei Kindern und Jugendlichen angekommen! Darüber geschrieben wird nur, weil die Zahlen steigen. Prof. Michael Schulte-Markwort nennt u.v.a. den zu niedrigen Personalschlüssel – zu wenig, zu schlecht ausgebildet, zu schlecht bezahltes (meist weibliches) Personal für die Betreuung der Kinder in Kitas und Schulen ab unter 3 Jahren bis ca. 12 Jahren. In der Vorpubertät mit etwa 12 Jahren benötigen sie jedoch gerade Menschen (Familie!), die ihnen zuhören und ihnen beistehen, während ihre Persönlichkeit erwacht und sich ihr eigenständiges Denken und Fühlen entwickelt. Aber auch genau da sind sie mit ihrem Smartphone und ihrer Wii und all dem anderen elektronischen Allerlei alleine. Es fehlen Liebe, Fürsorge, Entspannung, Respekt, Dialog und Begeisterung, die zur Leistung führt. Erich Fromm sagte sinngemäss, dass im 20. Jh. Gott tot sei und der Mensch lebe und dass im 21. Jh. der Mensch tot sei und das Produkt lebe.

*„Was ist Depression? Es ist die Unfähigkeit zu fühlen, das Gefühl, tot zu sein, während der Körper noch lebt. Es ist die Unfähigkeit, froh zu sein, genau wie man unfähig ist, traurig zu sein. Ein depressiver Mensch wäre höchst erleichtert, wenn er traurig sein könnte. Erich Fromm (Psychoanalytiker, Philosoph, 1900 - 1980), „Wege aus einer kranken Gesellschaft“

WLAN. Funkwellen. Wellenberg. Wellental. Wellensalat. Hochfrequent. Niederfrequent. Im Januar dieses Jahres stellte ich mir eine große „Welle“ vor. Oder sie stellte sich mir vor. Wie eine hellblaue, sanfte Meereswelle. Sie rollte von vorne auf mich zu und durch meinen Körper und die gesamte Welt hindurch. Diese „Welle“ rollt immer noch. Es ist für mich eine andere Energie damit gemeint. Etwas Neues. Die Welle ist schwerer geworden, substantieller. Wird es eine Wiedergeburt der Philosophie geben? Wird es eine kollektive Besinnung geben?

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Sechste Gedenkstunde Novemberklänge  (c) Johanna Hespe 2015

Am Sonntag, 08. November 2015 fand zum nunmehr sechsten Mal eine Gedenkstunde zur Erinnerung an jüdisches Leben in Preußisch Oldendorf statt, diese Mal in der Aula der Sekundarschule. Diese Veranstaltung wurde von Johanna Hespe von der Musikschule Preußisch Oldendorf organisiert in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, der Städt. Realschule, der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Holzhausen, dem Gemischten Chor des Heimatvereins „Singgemeinde“ Lashorst e.V. und der Stadtbücherei Espelkamp.

Fotos mit freundlichen Genehmigung der Neuen Westfälischen.

In diesem Jahr konnte der Sprecher der Jüdischen Gemeinden im Altkreis Minden Lübbecke, Harald Scheurenberg, für einen Vortrag gewonnen werden. Er hatte den Titel: „Rede zum Gedenken an die Pogromnacht 1938 - Entstehung des Antisemitismus, Antijudaismus und der Ausgrenzung in den Jahren 1933-1945. Wie konnte es zu dem Holocaust, dem schlimmsten Verbrechen an Menschen kommen?“ Herr Scheurenberg berichtete u.a. neben dem geschichtlichen Überblick, dass in den Tagen vom 8. bis 10. November 1933 91 Menschen jüdischen Glaubens getötet und 26´000 Männer deportiert wurden. Auch sein eigener, damals 17-jähriger Vater sei darunter gewesen. Er sei nach einem Jahr wieder aus dem KZ Buchenwald zurückgekehrt. Da sei eine Ausreise schon nicht mehr möglich gewesen. Die Nazis hätten damals 260 (!) Gesetze gegen Mitbürger jüdischen Glaubens erlassen. Herr Scheurenberg las die Namen von 19 Holocaust-Opfern aus Preußisch Oldendorf vor und beendete seine Ausführungen mit einem jüdischen Trauergebet. Er fragte, welche Erinnerungen in den jüdischen Gemeinden heute ausgelöst würden, wenn wieder Synagogen und Friedhöfe geschändet und Menschen bedroht würden. Das Mindener Tageblatt habe gerade am 07.11.15 berichtet, dass nur im Monat Sept. 1´318 rechtsextrem motivierte Straftaten (plus der vermuteten Dunkelziffer) bei der zuständigen Behörde in Berlin gemeldet worden seien. Im Kreis Minden-Lübbecke würden die jüd. Gemeinden gleich den Staatsschutz in Bielefeld informieren, da die Polizei um Hilfe zu bitten nicht ausreiche. Er sagte mit Nachdruck: „Wenn wir wegschauen, wird es ein böses Erwachen geben.“ Er habe aber auch die Hoffnung, dass das Deutschland von 2015 ein anderes sei als jenes von 1933. Er habe Vertrauen in dieses Land und seine Rechtsordnung mit dem § 1 der Festsetung der universalen Menschenwürde. Wir seien alle Geschöpfe des Ewigen Einen. In der jüd. Geheimlehre -dem Talmud- stehe der bedeutende Satz: „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“

Fotos mit freundlichen Genehmigung der Neuen Westfälischen.

Auch Bürgermeister Marko Steiner betonte in seinen Grußworten die unglaublich lange Zeit eines 70-jährigen Friedens in Mitteleuropa. Die Erinnerung dürfe nicht verblassen. Deshalb sei eine solche Veranstaltung so wichtig als Zeichen für die Zukunft. Die uns heute so geläufigen Lebensqualitäten von Sicherheit, Freiheit (mit Verantworung), Angstfreiheit, Weltoffenheit, Toleranz und Wohlstand seien nicht selbstverständlich. Er erwähnte die Flüchtlingswelle als anzunehmende Herausforderung, auch wenn andere Strömungen das sabotieren wollten.

Weitere Redebeiträge trugen drei Schülerinnen der Realschule vor: Margo Kuhlmann, Lena Helmich und Pauline Harmuth trugen vor a) ein bewegendes Interview der Cellistin Anita Lasker-Wallfisch vor („Ich kam in der Erwartung, vergast zu werden.“ - DER SPIEGEL 5/2015, „Die letzten Zeugen“, S.60) und b) eine Passage über „Nichtidentität und die Gefahr für die Demokratie“ aus dem Buch „Der Kampf um die Demokratie“ von Arno Gruen.

Das Jahr 2015 ist unter anderem ein Jahr der nationalen und internationalen Jubiläen. Aus diesem Grund wurde nochmals an das Thema „70 Jahre Kriegsende und Befreiung in Preußisch Oldendorf“ erinnert. Rita Tscherpel zeigte dazu einige Dokumente aus der Veranstaltung „Geh Denken II“ (kulturell-historischer Spaziergang), die am 4. Juni (Fronleichnam) in der Preußisch Oldendorfer Innenstadt zu diesem Thema stattgefunden hat. Auch diese noch junge Veranstaltungsreihe soll 2016 fortgesetzt werden.

Pfarrerin Hilke Vollert von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Holzhausen beendete diese Gedenkstunde mit der Lesung des 130. Psalms („Aus der Tiefe rufe ich, Gott zu dir.“) und der Bitte um einen Segen. Sie sprach u.a.:“ Segne unseren Blick zurück und unseren Schritt nach vorn...segne Israel und alle Welt...“

Und auch Claudia Kleine-Niermann von Stadtbücherei Espelkamp hatte es sich nicht nehmen lassen, wieder einen interessanten Büchertisch zu präsentieren mit Literatur zum Thema. Vielen Dank dafür! Und dazu kam die stimmungsvolle Musik! Durch die Mischung der Texte mit den Musikbeiträgen wurde eine dem Thema angemessene und in diesem Jahr durchaus besondere Stimmung erzeugt, die das anwesende Publikum in Ergriffenheit mitnahm. Gerade die Musikauswahl öffnete die Herzen: Der gemischte Chor des Heimatvereins Singgemeinde Lashorst unter der Leitung von Anke Mewis trug die Werke „Novembermorgen“, Hineh ma tov und „Lass mich Engel nicht allein“ vor. Ein gemischtes Ensemble der Musikschule aus Querflöten, Celli, Gitarren und Gesang trug unter der Leitung von Johanna Hespe Stücke aus dem Bereich der Klezmermusik vor. Alle waren schön, besonders das mit dem Gesang von Miriam und Jonathan Hagen (a.G.) vorgetragene Stück „Ojfn Pripetschik“ oder „A jiddische Mamme“ im präzisen Vortrag von Christina, Jannis und Tabea Roloff (Querflöten), Elaine und Lea Hagen (Violoncelli), Tim Reimer und Johanna Hespe (Gitarren) bewegten sichtlich die Gemüter.

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Zehn Jahre Sternenzauber-Poetinnen und -Poeten 

Seit nunmehr 10 Jahren gibt es die Sternenzauber-Poetinnen und -Poeten. Das ist ein kleines Jubiläum für Johanna Hespe von der Galerie Novalis in Preußisch Oldendorf. Im Jahr 2006 begann sie mit den Kostümen von Sonne und Mond. Im Lauf der Jahre nähte sie immer neue fantasievolle Hauben / Kopfbedeckungen und entwarf passende Kostüme dazu. Die neueste Kreation aus diesem Jahr ist der Herbstbaum. Die Poetinnen und Poeten tragen Kostüme, sie läuten Handglocken und sprechen Menschen an, um ihnen Gedichte vorzulesen und Himmlische Botschaften zu geben. Die Aktionen finden dieses Jahr statt am Sa, 12. Dez. 2015 - ca. 17:45 -18:45 Uhr - Kirchplatz PrO und am So, 13. Dez. 2015 - ca. 16:00 -17:00 Uhr - Kirchplatz PrO. Die über den Preußisch Oldendorfer Sternenzauber wandernden Poeten verkörpern Poesie und Hoffnung. Sie tragen die positive Kraft der Kinder und ihrer Seelen zu den Menschen. Die Gesichter der angesprochenen Marktbesucher werden weich und freundlich beim Anblick der bunten und glitzernden Gruppe. In diesem Jahr sind 8 Kostüme vorhanden: Die Sonne, die Mond, die Dame oder der Herr vom Jupiter, die Schneekönigin, der Feuervogel, der Herbstbaum, zwei Goldhauben. Es haben bisher 42 Kinder an den Aktionen teilgenommen.

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Geh Denken III in Preußisch Oldendorf  

(c) Text von Johanna Hespe

Johanna Hespe, Rita Tscherpel und Helmut Recker vom Geschichtskreis Preußisch Oldendorf hatten am Sonntag, 19. Juni zum dritten Mal zu einem kulturell-historischen Spaziergang eingeladen. Im Jahr 2014 war die interessante Geschichte der Jahnstrasse vorgestellt worden. Im Jahr 2015 wurde eine Wegstrecke entlang der Spiegelstrasse bis zur Bremerstrasse unter dem Gesichtspunkt des 70-jährigen Kriegsendes des Zweiten Weltkrieges und seiner Wirkung in Preußisch Oldendorf reflektiert. In diesem Jahr nun wurde der Weg fortgesetzt entlang der B65 und rund herum um den Kirchplatz. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Lebens im Stadtzentrum von Preußisch Oldendorf wurden thematisiert. Das Konzept der Spaziergänge -Gehen und Denken- wird von einem kulturellen, inhaltlichen und kommunikativen Wechselspiel getragen, das sich jedes Jahr ändert. In diesem Jahr musizierten Dorina Feraru (Blockflöte und Violoncello) und Johanna Hespe (Gitarre) und erzeugten gleich zu Beginn nonverbal eine passende Einstimmung. Rita Tscherpel trug eine ca. 100-jährige westfälische Bäuerinnentracht, die eine Preußisch Oldendorfer Familie freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Helmut Recker hatte eine informative Computer-Show entwickelt und zeigte in ihr zu Beginn im Bürgerhaus anhand der eingescannten alten Fotos von den Häusern, Wekstätten und Geschäften rund um die Kirche, wie sich alles zun jetzigen Zustand hin verändert hat. Viele alte Gebäude im Ortskern, entlang der B65 sind in der Zwischenzeit der modernen Stadtentwicklung gewichen und haben dem Strassenverkehr Platz gemacht. Eine Idee zur Verschönerung der Neubauten um 1970 herum hatte allerdings auch kein Besucher der Veranstaltung beim anshließendem Gedankenaustausch. Zur Aufzählung gehören weiter dazu das alte Pfarrhaus und die Sonntagsschule, die Gaststätte Stapel mit Eiskaffee, Gaststätte und der Bäckerei - gegenüber dann das große Haus von ehemals Cahen. Auf dem Gelände, wo ehemals das Haus der Färberei Cahen und das Vogelpohlsche Haus standen, hat sich die Volksbank einen innerstädtischen Standort gesichert. Am Platz der jüdischen Schule und Synagoge wurde ein Banner ausgerollt mit der 2013 von Christian Köster erstellten Computeranimation der Synagoge von 1863 und der Schule von 1797. Dieses kann als Gedenken und Mahnung, religiöse Ausgrenzung im 21. Jahrhundert nicht zu wiederholen, im Bürgerhaus Saal, verbleiben. Ein Blick auf das Löwensteinsche Haus neben dem Restaurant Deeke, ehemals Hotel Nordsiek zeigte, wie viele Mietswohnungen ehemals im Stadtzentrum entstanden waren, wo für die Mieter bezahlbarer Wohnraum in zentraler Lage attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen zur Vefügung gestellt worden war. Der Rundgang erwähnte noch auf der Seite des Bürgerhauses das ehem. Hotel Hunke. Danach ging es zurück ins Bürgerhaus zur gemeinsamen Nachbetrachtung und einem Ausklang mit Musik und zwei Gedichten. Die Frage, wie die Aneignung von Grundstücken und Immobilien im Naziregime stattgefunden hatte und ob Entschädigungen gezahlt wurden und Wiedergutmachungen geleistet wurden, musste unbeantwortet bleiben. Denn es sind wichtige Akten von damals verschwunden (vernichtet?). Grußworte der Stadt hatte der stellv. Bürgermeister Rainer Rössger überbracht. Gedankt sei allen weiteren Helferinnen und Helfern beim Tragen des Banners oder der Kindertracht.

                                                                                                                                                                                                                                           

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